Bud Spencer, Bill Cosby, Miley Cyrus ... Totgesagte leben länger - Auch diese Stars starben den Netz-Tod

Ja, er lebt noch! Die Meldungen über den Tod von Bud Spencer waren lediglich eine Ente Foto: ddp images

Eben noch erfreute sich Bud Spencer bester Gesundheit und plötzlich hält ihn alle Welt für tot. Mit der Falschmeldung über sein Ableben, die in den letzten Tagen im Internet kursierte, ist der Schauspieler aber in bester Gesellschaft. Auch Bill Cosby, Miley Cyrus und andere starben bereits den Netz-Tod.

Nirgendwo werden Nachrichten heutzutage so schnell und so zuverlässig an den Großteil der Weltbevölkerung ausgeliefert wie im Internet. Das kleinste Gerücht besitzt dadurch das Potenzial sich binnen weniger Minuten auf den Titelseiten der Online-Anbieter niederzuschlagen. So auch angebliche Todesnachrichten berühmter Persönlichkeiten.

Jüngstes Opfer dieser üblen Internet-Scherze ist Schauspieler Bud Spencer (84), der vor wenigen Tagen angeblich laut "RTL.de" bei einem Autounfall ums Leben gekommen sei. In den sozialen Netzwerken häuften sich in den Stunden nach der vermeidlichen Todesnachricht Beileidsbekundungen. Nur wer der Nachricht genauer nachging, fand heraus: Der in dem Artikel angegebene Link führte nicht zum "Exklusiv-Beitrag" von "RTL", sondern auf eine englischsprachige Seite mit Tipps zum Kauf von Lebensversicherungen. Die Todesmeldung ist also nichts weiter als ein geschmackloser Werbegag, Spencer erfreut sich bester Gesundheit.

So wie der legendäre Schauspieler stolperten schon eine ganze Reihe von Stars im World Wide Web über ihren eigenen Tod. Gleich mehrere Male erwischte es beispielsweise US-Komiker Bill Cosby. Zuletzt musste der heute 77-Jährige 2012 Gerüchte um seinen Tod dementieren. Mehrere hunderttausend Fans waren einer Facebook-Seite mit dem Titel "RIP Bill Cosby" beigetreten, die ein User gegründet hatte. Wenig später wurde klar: Bill Cosby lebt! Er postete ein Foto auf Twitter, das ihn im knallbunten Pulli in der "Bill Cosby Show" zeigt, mit dem Zusatz: "Ich kenne niemanden, der dieses Teil nicht mag." Über die Todesmeldung verlor er jedoch kein Wort. Bereits 2010 hatte Cosby einen makaberen Todesscherz aufklären müssen. Damals gab er an, es sei bereits das vierte Mal gewesen, dass sein angebliches Ableben im Netz verbreitet wurde und bat den Verantwortlichen, diese Witzeleien zu unterlassen.

"Dirty Dancing"-Schwarm Patrick Swayze starb am 14. September 2009 an den Folgen seiner Bauchspeicheldrüsenkrebs-Erkrankung, doch die Internetgemeinde glaubte ihn bereits im Mai desselben Jahres kurzzeitig für tot. Schuld an den Gerüchten hatte angeblich ein Radiosender in Florida. Alles Unsinn, klärte Swayzes Sprecherin auf. Es gehe ihm gut, er genieße sein Leben und würde weiter gut auf die Behandlung ansprechen. Bereits im März 2009 hatte das US-Klatschblatt "National Enquirer" verkündet, der Schauspieler habe nur noch wenige Wochen zu leben.

Ein angeblicher Horror-Crash war Schuld am Internet-Tod zweier beliebter Musiker. Im Juni 2001 starb Pop-Prinzessin Britney Spears (32), einer gefakten BBC-Homepage zufolge, an den Folgen eines Autounfalls, der Fahrer des Wagens - Justin Timberlake (33) - liege im Koma. Die Falschmeldung verbreitete sich durch eine gefälschte E-Mail im BBC-Stil wie ein Lauffeuer, Reporter standen angeblich bereits in den Startlöchern für eine Reise nach San Diego, wo sich der Unfall ereignet haben soll. Fans bombardierten örtliche Polizeistationen mit Anrufen. Erst als Spears' damalige Sprecherin Lisa Kasteler den Irrtum aufklärte, konnte sich die aufgewühlte Masse beruhigen.

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Ebenfalls bei einem Autounfall hatte es 2008 angeblich Miley Cyrus (21) erwischt. Hacker verbreiteten auf dem YouTube-Kanal der Sängerin ein Video, das zeigen soll, wie die damals 16-Jährige von einem Betrunkenen überfahren wird. Der Clip wurde nach Bekanntwerden entfernt. Sechs Jahre durfte Cyrus weiterleben, bis sie im Juli dieses Jahres erneut totgesagt wurde. Der Grund diesmal: eine Überdosis. Cyrus sei leblos in ihrem Haus in Los Angeles gefunden worden, hieß es. Da der Teenie-Star einige Tage nicht auf Twitter aktiv war, erhärteten sich die Gerüchte. Doch auch diese Meldung stellte sich nach einiger Zeit als falsch heraus.

Einer, der diverse Todesnachrichten über sich mit Humor nimmt, ist Morgan Freeman (77). Auch der Schauspieler hatte schon einige Male im Internet von seinem Ableben erfahren. In der US-amerikanischen "The Tonight Show" erzählte er 2013, dass er sogar einmal eine SMS von einem Freund bekommen habe, der ihn fragte, ob er tot sei. Ende 2012 war eine Facebook-Seite ins Leben gerufen worden, die verkündete Freeman sei an einer geplatzten Arterie verstorben. Nach gut einer halben Millionen Likes reagierte Freeman selbst auf seinem Profil und vermeldete: "Ich lese immer wieder, dass ich gestorben bin", schreibt der quicklebendige Freeman dort. "Ich hoffe, dass diese Geschichten nicht wahr sind. Wenn doch, bin ich froh, euch berichten zu können, dass mein Leben nach dem Tod identisch zu dem Leben ist, in dem ich noch lebendig war".

Einer der legendärsten "Toten" ist und bleibt jedoch Paul McCartney (72). Anhänger der Beatles-Verschwörungstheorie, die 1969 ihre Anfänge nahm, glauben noch heute, dass McCartney schon lange nicht mehr unter uns weilt. Auf dem Album-Cover zu "Abbey Road" wollten Fans damals einen versteckten Hinweis erkannt haben. McCartney ist auf dem legendären Bild im Gegensatz zu seinen Band-Kollegen barfuß zu sehen. Zudem läuft er nicht im Schritt mit den anderen und hält auch die Zigarette in der falschen Hand. Grund genug, um zu schlussfolgern: Da stimmt was nicht, der McCartney auf dem Cover ist nicht echt! Es sei ein Doppelgänger, der sich diversen Operationen unterzogen habe, das echte Bandmitglied sei längst tot.

Doch damit nicht genug, kursierten auf einmal Gerüchte die anderen Beatles würden durch eine Vielzahl an Geheimbotschaften versuchen, genau diesen Umstand an die Fans weiterzugeben. In Songtexten erkannten Anhänger auf einmal eine angebliche Rekonstruktion der Todesumstände. Demnach sei es auch bei McCartney ein Autounfall gewesen, der seinem Leben ein Ende setze. In "Strawberry Fields Forever" sänge John Lennon angeblich "I Buried Paul" (dt.: "Ich habe Paul begraben") und in "I Am The Walrus" soll unterschwellig "Paul is dead, (dt.: "Paul ist tot") zu hören sein. 27 Jahre nach seinem angeblichen Tod veröffentlichte McCartney 1993 das Album "Paul Is Live" (dt.: "Paul lebt") - glauben wollen ihm das bis heute dennoch nicht alle.

 

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