Bruno Reichart Meniskus: Was ist die beste Therapie?

Haben Sie auch eine Frage an Herzchirurg Prof. Dr. Bruno Reichart? Schreiben Sie an medizin@abendzeitung.de Foto: Gregor Feindt

Herzchirurg Bruno Reichart schreibt die Gesundheits-Kolumne in der AZ. Diesmal: Die unterschiedlichen Behandlungsmethoden von Teileinrissen am Meniskus.

 

Ene neue provokative Studie aus Finnland sorgt momentan für Kommentare – nicht nur bei den Orthopäden, um deren Fachgebiet es konkret geht. Die Ärzte im hohen Norden untersuchten die Erfolgsaussichten ihrer Behandlungsmethoden von Teileinrissen am Meniskus: Entweder konservativ mit Physiotherapie und Schmerzmitteln oder mit einem kleinen Eingriff, der zu den von ihnen am häufigsten durchgeführten Interventionen zählt.

Die Menisken: Das sind c-förmige Knorpelscheibchen im Kniegelenk (Innen- und Außenmeniskus). Sie sorgen dafür, dass wir die Knie reibungslos beugen können und dass Druckbelastungen wie bei einem Stoßdämpfer aufgefangen werden. Es gibt traumatische Meniskus-Einrisse wie zum Beispiel beim Skifahren. Oder Einrisse auf der Basis der unausweichlichen Degeneration des Gewebes, also altersbedingt.

Um letztere Veränderungen geht es in der Studie der finnischen Ärzte an zwei Gruppen mit insgesamt 140 Patienten. Denen wurde vor dem arthroskopischen Eingriff gesagt, dass je nach Zufallsentscheidung (Randomisierung) bei 70 Patienten ein Eingriff nur vorgetäuscht werden würde. Nur bei der anderen Hälfte werde der Meniskus-Riss mit einer Art Fräse tatsächlich beseitigt. Das Ergebnis nach einem Jahr: Es gab keinen Unterschied zwischen den beiden Gruppen, die Beschwerden waren bei allen 140 Patienten weniger geworden, die Funktionen des Knies deutlich besser.

Ein kühnes Unterfangen – das ist nur eine milde Umschreibung dieser Art von Studiendesign. Meine Meinung, die geteilt wird von den Orthopäden in Großhadern: Eine einjährige Nachuntersuchung ist wohl noch zu kurz für eine endgültige Beurteilung. Um Spätschäden zu vermeiden, sollten bei klarer Indikation geübte Hände eine Meniskus-Teilresektion arthroskopisch durchführen.

 

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