Bruno Reichart Ein Wiedertreffen

Haben Sie auch eine Frage an Herzchirurg Prof. Dr. Bruno Reichart? Schreiben Sie an medizin@abendzeitung.de Foto: Gregor Feindt

Herzchirurg Bruno Reichart schreibt die wöchentliche Gesundheits-Kolumne in der AZ. Diesmal über einen ehemaligen Patienten, den ältesten Deutschen mit einem Spenderherz.

 

Vor 31 Jahren war er „mein“ Patient: Dr. Bernd Ullrich bekam im Mai 1983 von meinem Team und mir im Klinikum Großhadern ein Herz eingepflanzt. Jetzt trafen wir uns in Stuttgart wieder, auf einer feierlichen Veranstaltung des „Bundes der Organtransplantierten“ (BDO), deren Schirmherr ich bin. Beide wurden wir für unsere langjährige Mitgliedschaft in dieser lobenswerten Organisation geehrt.

Es war ein fröhliches Wiedertreffen. Auf mein erfreutes „Grüß Gott, wie geht es Ihnen denn?“ antwortete der 74-Jährige mit einem zufriedenen „Danke, ausgezeichnet!“. Bernd Ullrich, selbst Arzt, nimmt morgens und abends jeweils eine Tablette eines Immunsuppressivums und berichtete ansonsten über einen ganz normalen, unbeeinträchtigten Alltag.

Er ist damit in Deutschland derjenige, der am längsten mit einem fremden Herzen lebt. Seine Chancen, dass es noch lange so weitergeht, sind gut. „Ein Arzt erlebt die Transplantation als Patient“, heißt das Buch, das Bernd Ullrich bald nach dem Eingriff geschrieben hat. Schon damals formulierte er: „Mir ist bewusst, welch ein Glück es ist, dass für mich rechtzeitig ein Spenderorgan da war.“ Viele Mit-Patienten, die er während seiner Klinik- und Reha-Zeit traf, hatten die Wartezeit nicht überlebt.

Sein Schluss-Satz damals wie heute: „Wenn man mich fragen würde, was meine Antwort wäre, jetzt, da ich weiß, was eine Herztransplantation bedeutet, müsste ich keinen Augenblick überlegen: Ich würde es wieder tun.“

Haben auch Sie Fragen an unseren Kolumnisten Prof. Dr. Bruno Reichart? E-Mail genügt an: medizin@abendzeitung.de

 

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