Brose Baskets Bamberger böse versohlt

Lippe aufgeplatzt, Hals zerkratzt, Nase blutig und wahrscheinlich gebrochen: Das Göttinger „Opfer“ Casey Jacobsen. Foto: Wolfgang Zink

GÖTTINGEN Schmerzhafte Bauchlandung der Brose Baskets nach 24 Siegen in 25 Spielen in Göttingen: Bei den Veilchen wurde der Primus mit 69:82 (45:39) böse versohlt.
Bei der zweiten Saison-Niederlage konnten sich nur Predrag Suput (26 Punkte, 7 Rebounds), Kapitän Casey Jacobsen (12) und Center Tibor Pleiß (10 Punkte, 8 Rebounds) einigermaßen in Szene setzen. Die ansonsten treffsicheren Spielmacher John Goldsberry und Anton Gavel blieben ohne Feldkorb. Brian Roberts fehlte wegen eines Magen-Darm-Virus.

 


Ursache der Pleite war aber, dass die Bamberger nach knapp acht Minuten und einer 33:25 Führung unkonzentriert agierten und sich von den rustikalen Göttingern total den Schneid abkaufen ließen. Was Manager Wolfgang Heyder gewaltig auf die Palme gebracht hat. „Göttingen hat verdient gewonnen. Aber die Leistung der Schiedsrichter geht auf keine Kuhhaut. Gegen uns haben sie jede Kleinigkeit gepfiffen, die Gastgeber durften sich fast alles erlauben." Heyder wittert gar eine Verschwörung. „Die gleichen Referees, Steffen Neubecker, Toni Rodriguez-Soriano und Johannes Hack, hatten schon vergangenen Sonntag bei unserem Heimsieg über Gießen große Probleme. Das habe ich auch der BBL gemeldet. Ist das vielleicht Absicht der BBL-Schiedsrichter- Kommission?”

"Er wurde regelrecht verprügelt”


Besonders respektlos findet Bambergs Manager den Umgang mit Casey Jacobsen: „Er wurde regelrecht verprügelt.” Was Jacobsens Frau Brittney gestern gegenüber der AZ bestätigte: „Seine Lippe war aufgeplatzt, sein Hals war zerkratzt, seine Nase blutete und ist wahrscheinlich gebrochen.” Die besorgte Mutter von drei Kindern fragt sich: „Spielt Casey Basketball, oder war er bei einem Boxkampf?”
Allerdings ist das Geholze nichts Neues. Die Duelle zwischen den Brose Baskets und Göttingen hinterließen fast immer eine Blutspur. Vor knapp zwei Jahren bekam der damalige Bamberger Demond Greene einen Augenstecher von Robert Kulawick. Beim Domreiter-Cup im September 2010 wurde Anton Gavel das Nasenbein zertrümmert und Reyshawn Terry am Knie verletzt. Damals musste Cheftrainer Chris Fleming die Halle verlassen, weil er sich über die rohe Spielweise der Göttinger aufgeregt hatte. Vielleicht war dieses Mal den Bambergern ihre Gesundheit wichtiger als der Sieg.

"Er wurde regelrecht verprügelt”

 

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