Brief an die Fans Pokalspiel der Löwen: Polizei mit "großen Bauchschmerzen"

Immer wieder kommt es in deutschen Fußball-Stadien zu Gewaltvorkommnissen. Foto: dpa

Vor dem Pokalspiel des TSV 1860 gegen den VfL Bochum hat die Polizei einige Befürchtungen. Vor allem die Fan-Freundschaft zwischen dem FC Bayern und den Bochumern birgt Gefahrenpotential. Die Polizei fürchtet, dass "eine Art Lokalderby" aus dem Spiel gemacht wird.

 

München - Fan-Freundschaften sind oftmals etwas Schönes. Da ist es Gang und Gäbe, dass die Fans des einen Vereins die Fans des anderen Vereins bei Spielen lautstark unterstützen. Bekannt ist beispielsweise die Fan-Freundschaft zwischen dem FC Bayern und dem VfL Bochum.

So weit, so romantisch. Vor dem DFB-Pokalspiel des TSV 1860 gegen den VfL Bochum am Mittwoch (20.30 Uhr, im AZ-Liveticker) birgt diese Fan-Freundschaft aber Gefahrenpotential!

"Große Bauchschmerzen" habe man angesichts der Pokalpartie der Löwen, gab die Polizei am Dienstag bekannt. Die Behörde rechnet mit etwa 300 gewaltbereiten Fans - Anhänger des VfL Bochum und des FC Bayern werden sich wohl zusammentun.

Polizei kündigt an: "Gewaltbereite Fans werden das Spiel nicht erleben"

Der Auslöser für die Sorgen der Polizei ist ein Vorfall Ende November. Beim Spiel des FC Bayern auf Schalke kam es zu gewaltätigen Ausschreitungen. Anhänger des FC Bayern und des VfL Bochum verübten gemeinsam einen laut Polizei "extrem gewalttätigen Übergriff".

Ein Polizeibeamter sagte der "Bild" damals: "Diese Randalierer haben gerade wegen der erhöhten Terrorgefahr eine Massenpanik in Kauf genommen. Dann hätte es Tote geben können." Es gab fast 200 Festnahmen.

Auch beim Spiel der Löwen gegen Bochum möchte die Polizei gegen Randalierer und Gewalttäter hart durchgreifen, die der Polizeileiter ankündigt: "Gewaltbereite Fußballfans werden das Spiel nicht erleben." 400 Polizisten sollen für die Sicherheit vor und nach dem Spiel sorgen.

Berufsverkehr, Weihnachtsmarkt - keine optimale Anstoßzeit

Die Polizei stellt ein solch enormes Aufgebot, weil sie befürchtet, die gewaltbereiten Anhänger machten "eine Art Lokalderby" aus dem Pokalspiel. Beim letzten richtigen Lokalderby zwischen den Amateuren des FC Bayern und des TSV 1860 blieb es verhältnismäßig ruhig.

Doch es gibt für die DFB-Pokalpartie am Mittwoch gänzlich andere Voraussetzungen. Um 18.30 Uhr ist Einlass in die Allianz-Arena, um 20.30 Uhr der Anpfiff für das spätabendliche Spiel - es wird dunkel sein. Ein weiterer Nachteil aus Sicht der Polizei: Um diese Zeit ist in München dichter Berufsverkehr.

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Die potentiellen Randalierer kommen vermehrt am Hauptbahnhof an und könnten sich vorher am Marienplatz treffen. Dort ist derzeit Weihnachtsmarkt. All diese Aspekte, so die Polizei am Dienstag, sorgen für diese "großen Bauchschmerzen". Bleibt zu hoffen, dass es bei Bauchschmerzen bleibt.

Polizei schreibt Brief an die Fans - Bitte um Verzicht auf Pyrotechnik

Als Maßnahme, um möglichst für Ruhe vor, während und nach dem Spiel zu sorgen, hat die Münchner Polizei einen Brief an die Fans geschrieben. Die Partie stuft sie darin "als Spiel mit hohem Risiko" ein: "Wir bitten alle Beteiligten, einen kühlen Kopf zu bewahren und Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen."

Besonders auf Pyrotechnik sollen die Anhänger verzichten: "Aufgrund der aktuellen vorherrschenden Sensibilität kann es bei Missbrauch von Pyrotechnik zu panischen Reaktionen kommen. Das kann fatale Folgen haben!"

Aufgrund der derzeitigen Sicherheitssituation kann es zu Wartezeiten beim Einlass kommen. "Ruhig und besonnen", so bittet die Polizei, sollten sich die Fans dort deshalb verhalten. Die Münchner Polizei wird "bei sicherheitsrelevanten Ereignissen  über den Stadionsprecher sowie den Facebook- und Twitter- Auftritt der Polizei München informieren."

 

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