Bremens Ösi-Rüpel Arnautovic: Maulkorb in der Wellnessoase

Marco Arnautovic - der österreichische Nationalspieler gilt als sehr talentiert, aber auch als "Enfant terrible".... Foto: dpa

Marko Arnautovic steht wieder in Österreichs Team:  Wie Coach Constantini Bremens Rüpel-Star resozialisieren will.

 

Bad Tatzmannsdorf - Viel los ist nun wirklich nicht in Bad Tatzmannsdorf. Der idyllische Kurort des Burgenlandes, gut eine Autostunde von Wien entfernt, gilt als der ideale Ort, um in einem der feudalen Thermenhotels Körper und Seele zu reinigen. Und es ist kein Zufall, dass dieser Tage in einer Wohlfühloase vor allem einer zu sich finden soll, der in Österreich schon oft für negative Schlagzeilen sorgte: Marko Arnautovic. Und damit der schwer erziehbare Fußballer von Werder Bremen sich vor dem EM-Qualifikationsspiel in Deutschland auf seine Kerntugenden konzentriert, hat ihm Teamchef Dietmar Constantini ein Sprechverbot erteilt: „Wenn das nicht eingehalten wird, dann ist er weg."

Voraus gingen Telefonate mit dem Spieler und Werder-Trainer Thomas Schaaf, der Constantini zur Resozialisierung riet. Einher geht ein Benimmkatalog, der auch den Aufenthalt in einem Einzelzimmer vorsieht. Constantini: „Marko nimmt sich jetzt zurück, so wie es im Mannschaftssport sein muss. Das hat er mir versprochen.”

Auf den 22-jährigen Wiener mit serbischen Wurzeln richten sich im ÖFB-Trainingslager ergo alle Blicke, und wenn er um 11.36 Uhr beim ersten Training Mitspielern die Hand schüttelte, die sich dabei ausgesprochen distanziert verhielten, ist das wieder eine Meldung wert. Kein Wunder, ist in der Akte Arnautovic doch Folgendes vermerkt: Verbale und körperliche Attacken beim EM-Qualifikationsspiel in der Türkei gegen die Mitspieler Stefan Maierhofer, Emanuel Pogatetz oder Jürgen Macho.

Dazu soll bereits häufiger ein skandalöses Betragen dieses an steter Selbstüberschätzungen leidenden breitschultrigen Draufgängers gekommen sein, so dass Constantini gar nichts anderes übrig blieb, als Arnautovic zu suspendieren. Seine nachträgliche Nominierung für das Deutschland-Spiel ist nun der blanken Not geschuldet – an guten Tagen, so wie zuletzt an der Weser, wo Arnautovic zweimal in der Bundesliga traf, kann dieser begnadet begabte Offensivspieler den Unterschied ausmachen.

Österreichs Rekordnationalspieler Andreas Herzog bezeichnete ihn einst als den besten, „der in 30 Jahren auf dem Platz herumlief”. Aber wehe, Arnautovic, der sich gerne über Silikonbrüste auslässt oder Kollegen in Bars schleppt, mimt den starken Mann – dann wird er zur Bedrohung fürs Binnenklima. ÖFB-Kapitän Marc Janko meinte zur Rückholaktion nur: „Wenn er zum Erfolg beitragen kann, freuen wir uns.”

Na, servus. 

 

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