Brauerei-Rohbau Paulaner-Neubau: Grundsteinlegung in Langwied

Bier auf der Baustelle: Noch muss Paulaner-Braumeister Christian Dahncke seine Halbe nach Langwied mitbringen. Bald soll das Bier hier entstehen. Foto: Gregor Feindt

Noch ragt nur ein gigantisches Betongerüst in die Höhe – aber im nächsten Sommer schon will Paulaner hier mit viel High-Tech den ersten Sud einbrauen. Eine Baustellenbesichtigung.

 

Langwied – Dort, wo später das Sudhaus sein wird, steht ein Festzelt: Paulaner feierte gestern seinen Brauerei-Rohbau in Langwied. Im Frühjahr 2016 soll der Betrieb in der Au beendet werden. Verwaltung und Vertrieb bleiben am Nockherberg und ziehen in ein neues Verwaltungsgebäude an der Ohlmüllerstraße.

Noch ragt nur ein meterhohes Betongerüst in den bayerisch-blauen Himmel, aber schon nächsten Sommer soll hier in Langwied der erste Sud eingebraut werden. Insgesamt investiert die Brauerei einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag in den Bau der neuen Betriebsstätte.

Christian Dahncke, erster Braumeister und Betriebsleiter, führt sichtlich stolz über das riesige Areal und schreit gegen die Baufahrzeuge an. „Das Sudhaus wird architektonisch sehr anspruchsvoll“, sagt Dahncke, „mit einer Glasfront und einer verspiegelten Seite.“ Das Herz der neuen Brauerei soll auch optisch etwas hermachen.

Vor dem Sudhaus befinden sich etwa das Maschinenhaus, das Kesselhaus und die Energiezentrale: „Wir haben bei unserem Neubau die Chance genutzt, überall die energieeffizienteste, neueste Technik zu verwenden. Unter dem Kesselhaus ist die Wasserreserve – von zehn Brunnen gehen fünf in 190 Meter Tiefe, um in die Tertiärschicht zu kommen und damit mit der gleichen Wasserqualität zu brauen wie bisher. Eine Abwasseranlage bereitet das Wasser auf und produziert Biogas, das 25 Prozent der Energieversorgung der Brauerei ausmacht.

Neben dem Kesselhaus befinden sich Malzsilo und Malzaufbewahrung, „14 Mälzer stellen hier Malz her“.

Die Starkstromleitung, die eigentlich überirdisch über dem 15 Hektar großen Gelände verlief, ist mit einer etwa 400 Meter langen, gasisolierten Leitung unter die Erde verlegt worden. So tut man sich mit den Bauarbeiten leichter, und die Mitarbeiter müssen später nicht direkt unter einer Starkstromleitung arbeiten. „Das hat sehr, sehr viel Geld gekostet“, sagt Dahncke.

Das Fundament für die Tanks ist auch schon gelegt. Um die Tanks wird eine 28 Meter hohe Hülle gebaut – denn bei den Tanks handelt es sich um nicht isolierte Edelstahltanks, die gekühlt werden müssen. „ein Highlight, das eine echte Innovation ist“, so Dahncke.

Angegliedert an die Tanks ist die Filtration, wo etwa das Oktoberfestbier entsteht. Statt wie früher mit Kieselgut wird hier mit Membramen filtriert.

Das riesige Betongerüst, das schon steht, ist der Rahmen der Abfüllhalle. „Ich höre immer schon die Flaschen klirren, wenn wir hier durchgehen“, sagt Dahncke. Auf sechs Abfülllinien wird hier abgefüllt: in Fässer, Bügelflaschen, Dosen zum Beispiel. Hinter der Abfüllhalle ist Platz für Voll- und Leergut, für das Verpackungs- und das Etikettenlager. Gabelstapler fahren in der Abfüllhalle nicht: Volle und leere Flaschen werden mit führerlosen Fahrsystemen bewegt, die per Laser gesteuert werden. „Das macht das Arbeiten in der Halle sicherer“, sagt Dahncke.

In der Au sind zuletzt 3 Millionen Hektoliter Bier gebraut worden, die Produktion ist vorerst auf 3,5 Millionen ausgelegt – aber auf 5 Millionen erweiterbar. „Wettbewerbsfähig zu bleiben, wäre auf dem Nockherberg schwierig geworden“, sagt der Braumeister.

Später gibt es dann doch noch Bier, auf der Baustelle. Als feierlich der Grundstein im Boden versenkt wird – mit Wünschen der Mitarbeiter, einem Rezept für den Salvator, und mit tagesaktuellen Dokumenten – wie der Abendzeitung.

 

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