Brandstiftung an Moschee Muslime setzen 10 000 Euro Belohnung aus

Die Ermittler haben weiter keinerlei Hinweise bezüglich der Brandstiftung auf einem Moschee-Gelände in Pasing. Jetzt wurde die Belohnung für Hinweise auf 10.000 Euro erhöht. Foto: Hub/AZ

Muslime im Münchner Westen setzten eine Belohnung für Hinweise auf den Brandstifter aus, der an der Pasinger Moschee Feuer legte. Der Staatsschutz ermittelt. Der Anschlag war offenbar exakt geplant.

 

Pasing - Fast vier Wochen ist es her, dass Unbekannte auf dem Gelände der Pasinger Moschee in der Planegger Straße Feuer gelegt haben. Die muslimische Gemeinde in München ist tief besorgt. Denn bis zum heutigen Tag gibt es keine Hinweise auf die Drahtzieher.

 

Die Türkisch-Islamische Union, kurz Ditib, hat deshalb die bisherige Belohnung für Hinweise auf die Täter gestern um 8000 auf jetzt 10 000 Euro aufgestockt.

Die Münchner Polizei hat die Ermittlungsgruppe „Moschee“ gebildet. Fünf Beamte untersuchen den Fall. Koordiniert wird alles vom K 44, zuständig für politisch motivierte Straftaten. Ein Indiz dafür, dass man die Drahtzieher des Brandanschlags in der rechten Szene vermutet. „Die Tat war sorgfältig vorbereitet und geplant“, sagt Klaus Feig, Vize-Chef bei K 44. Bisher hat sich allerdings niemand öffentlich zu dem Brandanschlag bekannt. Auch in den einschlägigen rechten Foren im Internet findet sich laut Polizei nichts.

Ziel des Anschlags war eine Holzhütte auf dem Gelände der Pasinger Moschee. Die muslimische Gemeinde nützt sie als Kantine. In der Hütte werden Speisen zubereitet sowie Lebensmittel und Getränke gelagert. Der Täter hat am 24. Juni morgens gegen 4.30 Uhr ein Loch in die Holzwand geschlagen, dann auf einem Vorsprung an der Außenseite einen vorbereiteten Brandsatz deponiert: ein Pappkarton mit Holzstücken (AZ berichtete). Zusätzlich hat er offenbar einen Brandbeschleuniger, möglicherweise Spiritus, ausgegossen und dann Feuer gelegt.

Der Brandsatz war genauso effektiv wie ein Molotow-Cocktail. Allerdings mit dem Vorteil, dass dem Brandstifter genügend Zeit bleib, um unbemerkt vom Tatort zu flüchten.
Der Imam der Gemeinde hat Schlimmeres verhindert. Er kam gerade vom Morgengebet. „Er wollte noch etwas meditieren und in einem Buch lesen“, berichtet Halil Ersoy, Vorsitzender von Ditib in Pasing.

Der Imam hörte dumpfe Schläge im Garten und sah nach. Dabei entdeckte er den Brand. Rauch und Flammen schlugen aus der Holzhütte. „Er nahm einen Sechs-Kilo-Löscher und bekämpfte die Flammen im Inneren der Hütte“, berichtet Halil Ersoy. Anschließend holte er einen zweiten Löscher um die Flammen von außen zu bekämpfen.
„Wäre der Brand nicht sofort vom Imam entdeckt worden, hätten die Flammen auf die Moschee übergegriffen“, sagt Volkan Türlü, Sprecher von Ditib. „Unser Imam hat eine heldenhafte Tat vollbracht. Es war von ihm sehr tapfer, alleine in die brennede Hütte zu gehen.“

Zu Zeit des Brandanschlags hielten sich in der Moschee außer dem Imam noch drei weitere Gemeindemitglieder zum Frühgebet auf. Niemand von ihnen wurde verletzt. Der Sachschaden ist gering. Die Polizei schätzt ihn auf 1000 Euro.

Die Muslime im Münchner Westen sind tief verunsichert. „Die Moschee gibt es seit vielen Jahren, in der Nachbarschaft gab es nie Probleme“, sagt Halil Ersoy. Auch in den Tagen und Wochen vor dem Brand gab es keine Auffälligkeiten, keine Drohungen, oder Schmierereien – nichts.

„Wir haben volles Vertrauen in die Münchner Polizei“, betont Volkan Türlü. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Geprüft wird auch, ob es ein Zusammenhang mit den Bränden verschiedener Recycling-Container im Münchner Westen besteht.

 

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