Brain&Soul Veranstaltungsreihe Ihr Schlüssel zu einem glücklichen Leben

Werner Tiki Küstenmacher präsentiert zum Auftakt der neuen Vortragsreihe "Brain & Soul" sein neues Programm. Foto: AZ

Wie man sich mit einer Wurstsemmel die Steuererklärung schmackhaft macht: Tiki Küstenmacher, Autor des Erfolgsbuches "Simplify your life", erklärt beim Auftakt der Vortragsreihe Brain&Soul wie Sie glücklicher und einfacher leben können. Sichern Sie sich jetzt noch Tickets.

 

Mit den weltweit millionenfach verkauften „Simplify Your Life“-Büchern schrieb sich der in München geborene Theologe, Karikaturist und Publizist Werner Tiki Küstenmacher in die Herzen seiner Leser.

Am Donnerstag spricht er bei „Brain & Soul“ im Max-Joseph- Saal der Residenz.

AZ: Herr Küstenmacher, Ihr Buch „Simplify Your Life“ ist ein Millionen-Bestseller, weltweit. Konnten Sie das 2001 voraussehen?

WERNER TIKI KÜSTENMACHER: Nein, aber die Zeit, in der das Buch erschien, war 14 Tage nach 9/11, dem 11. September. Die Menschen wurden nachdenklicher, mit welchem unwichtigen Unsinn wir uns viel zu viel beschäftigen.

Hat der Erfolg Ihr Leben nicht komplizierter gemacht?

Viele ahnen gar nicht, was sie sich dawünschen, wenn sie Erfolg haben wollen. Erfolg macht Arbeit und man wird mehr gelebt als man vorher frei gelebt hat. Ich bin glücklich, aber manchmal halte ich inne und merke: Du hast heute weit über zwei Stunden nur damit verbracht, Dinge nicht zu tun, nämlich auf Anfragen abzusagen.

Es gibt das Klischee vom Therapeuten, der immer gute Ratschläge gibt, aber sie selbst gar nicht beherzigt.

Ich halse mir immer noch zuviel auf. Aber es macht mir ja auch Spaß. Ich weiß mittlerweile, dass man sich viele Probleme anlacht, weil es einem so gefällt. Wir klagen über Stress und Hektik, aber schlimmer wäre es, wenn’s nicht so wäre. Das ist natürlich so auch nicht gesund.

Ein Manager hat mir kürzlich erzählt, dass, wenn er auf sein Blackberry schauen würde und da wäre nichts Neues, er in Panik geraten würde – nach dem Motto: Die brauchen mich nicht mehr! Solange man noch gestresst wird, wird man noch gebraucht. Stress ist das Lebenszeichen unserer Gesellschaft.

Aber das ist doch pervers.

Zumindest ein Alarmzeichen. 40 Prozent der Smartphone- Nutzer schauen aufs Handy, schon bevor sie aufstehen.

Würden Sie Ihr Buch heute noch einmal so schreiben?

Ich arbeite jetzt in meinen Vorträgen noch mit einer Figur, die die Erkenntnisse der Hirnforschung mit einbaut und repräsentiert: mit Stammhirn, dem Großhirn und dem limbischen System.

Für Letzteres haben Sie ja eine Figur kreiert: den Limbi.

Ja, und der Limbi, der die Gefühlswelt repräsentiert, ist toll, schnell, stark, hat manchmal mehr recht als unsere Vernunft und manchmal weniger. Und ich habe mich gefragt: Welche Ratschläge in meinem Buch halten der neurowissenschaftlichen Forschung stand?

Und was müssen Sie heute von „Simplify Your Life“ über Bord werfen?

Ich habe früher den Ratschlag gegeben: rausfinden am Morgen, was das Wichtigste ist und nicht mit Kleinkram, wie zum Beispiel E-Mails, beginnen. Ich habe gesagt: Wenn man mit den große „Us“ – Unangenehmes, Unerledigtes – beginnt, dann fühlt man sich danach gut. Super Tipp – bloß: man macht’s nicht!

Und warum?

Weil der Limbi da nicht mitmacht und dagegen arbeitet, so nach dem Motto: Ich bin doch nicht blöd und fange mit dem Unangenehmen an! Man muss also dem Limbi die Aufgabe schmackhaft machen. Man muss also sagen: Das ist nicht so unangenehm!

Ich höre bei der Steuererklärung Musik, die ich mag und esse dazu einen besonderen Kuchen oder eine Wurstsemmel, auf die ich jetzt richtig Lust habe, dann funktioniert’s leichter. Limbi-freundlich planen, das ist die Zukunft. Da denken ja auch schon viele über Reformen unseres Schulsystems nach, wie man mit Begeisterung statt mit dem Abarbeiten von Ungeliebtem arbeiten kann.

 

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