Boxen Wiederholungstäter Wladimir Klitschko

Am Samstag boxt Wladimir Klitschko gegen Tony "The Tiger" Thompson – den Fight gab es schon 2008.

 

Wladimir Klitschko kneift die Augen zusammen, der Blick verfinstert sich. Er hat Tony „The Tiger“ Thompson anvisiert. So wie ein Jäger das Großwild als Beute ansieht. Der Amerikaner ist am Samstag (22.10 Uhr, RTL live) im Fußballstadion in Bern der nächste Gegner des Weltmeisters der Verbände WBO, IBF, IBO und WBA. „Wladimir ist ein großer Stratege. Seine Rechte, der Stahlhammer, ist wie ein riesige Kanone. Er wartet, bis das Opfer im Fadenkreuz ist, dann drückt er ab – Blattschuss“, sagt Emanuel Steward, die amerikanische Trainerlegende, die Klitschko seit 2004 betreut, der AZ.

Diesen boxerischen Blattschuss hat Thompson 2008 schon eingefangen, als Klitschko ihn beim WM-Kampf in der 11. Runde in umwerfender Manier in den Ringstaub beförderte. „Thompson war der Gegner, der Klitschko am meisten fordern konnte, aber Wladimir ist immer am besten, wenn er seine Gegner ein zweites Mal vor die Fäuste kriegt.“

Bisher ist Klitschko in seiner Karriere vier Mal zum Wiederholungstäter geworden.

Carlos Monroe: 1997 hatte er es mit Carlos Monroe zu tun, der Amerikaner wurde disqualifiziert, nachdem er Klitschko einen Kopfstoß verpasst hatte. Ein Jahr später nahm sich Wladimir Monroe erneut vor und schickte ihn in der sechsten Runde ins Reich der Boxer-Träume.

Chris Byrd: Im Jahr 2000 kam es zum ersten Duell gegen Chris Byrd (USA), der kurz zuvor Klitschkos Bruder Vitali den Titel aufgrund einer verletzungsbedingten Aufgabe abgenommen hatte. Klitschko dominierte, hatte Byrd in Runde neun und elf am Boden, doch der Knockout blieb aus, Klitschko holte sich den Titel durch einen klaren Punktsieg. 2006 – das Rematch. Es wurde eine schmerzhafte Lehrstunde für den damaligen Weltmeister Byrd. Nach mehreren Niederschlägen war der Fight in Runde sieben vorbei und Wladimir wieder Champion. „In dieser Form ist er unschlagbar“, sagte Byrd.

Lamon Brewster: 2004 erlebte Klitschko in Las Vegas seine schwärzeste Stunde. Nachdem er Lamon Brewster in der vierten Runde am Boden hatte, kollabierte der völlig entkräftete Klitschko in der nächsten Runde und wurde in die Notaufnahme des Krankenhauses gebracht. 2007 der Rückkampf, der für Klitschko auch eine Abrechnung mit seinen persönlichen Dämonen war. In Köln schlug er Brewster trotz gebrochener rechter Hand windelweich, der Amerikaner gab nach sechs Runden auf.

Samuel Peter: 2005 kam es zum ersten Duell von Wladimir Klitschko gegen Samuel Peter – den nigerianischen Albtraum. Wladimir musste in dem Fight drei Mal zu Boden, doch er boxte Peter am Ende geschickt aus, siegte noch nach Punkten. 2010 trafen sich die beiden wieder im Ring. Diesmal fand sich nur Peter am Boden. In der zehnten Runde schlug der Stahlhammer final ein – und Peter um.

Gegen Thompson will er nun wieder zum Wiederholungstäter werden. Klitschko: „Mein Einmarschmusik ist Can’t stop – keiner kann mich stoppen. Das ist Programm.“ Am Dienstag traf Klitschko übrigens in Bern die Red Hot Chili Peppers, von denen der Song stammt. Klitschko, der nicht zu stoppende Wiederholungstäter.

 

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