Borussia Dortmund gegen FC Bayern Hummels, Ribéry und Co.: Wer muss gegen den BVB auf die Bank?

Wer darf ran gegen Dortmund? Die Bayern-Stars James, Ribéry, Boateng und Mats Hummels (v.l.). Foto: Augenklick/firo/rauchensteiner/GES/sampics

Vor dem deutschen Klassiker, dem Duell zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern, muss Trainer Niko Kovac knifflige Personalentscheidungen treffen. Hummels, Ribéry und Co.: Welche Stars sitzen auf der Bank?

München - Unter seiner grauen Wintermütze hatte Mats Hummels ein Pokerface versteckt, das nach dem 2:0-Erfolg gegen AEK Athen zum Vorschein kam. Die Griechen waren besiegt, die Gedanken längst schon zum Herbst-Höhepunkt am Samstag gewandert, dem deutschen Clasico bei Tabellenführer Borussia Dortmund. Da hatte Hummels eine interessante Idee.

"Vielleicht spielen wir auch alle", sagte der Weltmeister – gemeint war der Konkurrenzkampf in der Innenverteidigung zwischen seiner Wenigkeit, Jérôme Boateng und Niklas Süle, der inzwischen zum Abwehrmann Nummer eins aufgestiegen ist. Bislang setzt Trainer Niko Kovac auf eine Viererkette mit zwei zentralen Verteidigern. Ob es die Bayern in Dortmund tatsächlich mit einer Dreierkette versuchen? (Alles zum Bundesliga-Kracher gegen den BVB in unserem AZ-Newsblog)

"Vielleicht lassen wir uns was ganz Wildes einfallen", ergänzte Hummels mit einem Schmunzeln. Bei aller Demut und der besseren Form der Dortmunder: So defensiv wird die Kovac-Elf wohl nicht ins Topspiel starten. Wir sind hier ja nicht in Frankfurt! Also wird es in der Innenverteidigung eine knifflige Personalentscheidung zu treffen geben – aber nicht nur dort.

Die AZ erklärt, zwischen welchen Stars Kovac wählen muss: Bayerns Clasico-Casting.

Die Innenverteidigung: Im Tor wird gegen Dortmund natürlich Manuel Neuer stehen, der Keeper spielte gegen Athen endlich mal wieder zu Null.

Auch klar: David Alaba verteidigt links und Joshua Kimmich rechts. Das Experiment als Sechser ist vorerst gestoppt. Spannender ist die zentrale Frage in der Abwehrmitte: Hummels und Süle? Süle und Boateng? Oder doch Hummels und Boateng?

Süle aktuell der souveränste Innenverteidiger

Die dritte Variante, die Kovac für das Athen-Spiel gewählt hatte, ist die unwahrscheinlichste. Beide Weltmeister wirken aktuell nicht wirklich souverän, Süle hat die besseren Zweikampf- und Passwerte, leistet sich weniger Fehler.

"Ihr könnt ja mal nachschauen, wer bislang am seltensten auf der Bank saß von uns. Das wird ein überraschender Name sein für euch", sagte Hummels kess in Richtung der Reporter. Hast ja Recht, Mats: Dreimal musste der Ex-Dortmunder zunächst draußen bleiben, Boateng und Süle je einmal mehr.

Und am Samstag? Süle dürfte gesetzt sein, weil er gegen Athen geschont wurde und seine Schnelligkeit gegen die wendigen Dortmund-Angreifer eigentlich unverzichtbar ist. Hummels hat beim Spiel gegen die alte Liebe wohl einen kleinen Vorteil vor Boateng. "Das ist ein Highlight-Spiel, in dem jeder auf dem Platz sein will", sagte Hummels, "da wird es enttäuschte Gesichter geben."

Zweifellos. Und wenn es Sie selbst erwischt, Herr Hummels? "Egal, wer es ist, auch wenn ich es bin, muss man professionell damit umgehen, die anderen anfeuern und schauen, dass wir als Mannschaft erfolgreich sind." Das klang sehr kollegial.

Martínez wohl gesetzt - James von Beginn an?

Zentrales Mittelfeld: Ein Bayern-Star steht wie Keeper Neuer gewissermaßen vor einem Derby. Leon Goretzka ist in Bochum geboren, vor seinem Wechsel im Sommer spielte er fünf Jahre für Schalke 04. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es für mich keine spezielle Partie wäre", sagte Goretzka: "Ich bin jetzt fünf Jahre dahin gefahren mit dem Wissen, dass es ein heißer Tanz wird. Für mich und alle anderen ist das was Besonderes."

Ob Goretzka allerdings zur Startelf gehören wird, ist offen. Gegen Athen agierte der 23-Jährige unauffällig, zaghaft. Und die Konkurrenz ist trotz der Verletzungen von Thiago und Corentin Tolisso stark. Auf der Sechserposition führt kein Weg an Security-Boss Javi Martínez vorbei, der Spanier soll die BVB-Angriffe unterbinden. "Er ist sehr zweikampf- und kopfballstark", erklärte Hummels: "Sein erster Gedanke ist defensiv. Und das ist in einer Mannschaft mit sehr vielen offensiv ausgerichteten Leuten nicht verkehrt."

Eine der beiden Achterpositionen ist wohl für James Rodríguez vorgesehen. Der Kolumbianer, der zuletzt an einer Wadenblessur laboriert hatte, saß gegen Athen 90 Minuten auf der Bank. Nach AZ-Informationen konnte er das Training der Reservisten am Donnerstag ohne Probleme absolvieren. Thomas Müller ist ein Kandidat für die Position neben James, wie auch Renato Sanches.

Robben-Ausfall droht - Gnabry als Hoffnungsträger

Offensive Außenbahn: Dortmund-Experte Arjen Robben (Blockade im Knie) verpasst den Klassiker womöglich, er kann noch immer nicht voll trainieren. Auf der rechten Seite könnte für den Niederländer Müller spielen – oder aber Serge Gnabry. Der 23-Jährige ist aktuell der gefährlichste Außenspieler der Bayern, zuletzt gegen Freiburg gelang ihm sein erstes Tor.

Wahrscheinlich wird Gnabry aber auf der linken Seite gebraucht, denn Franck Ribéry steckt tief in der Krise. Der 35-jährige Franzose hat in dieser Saison erst eine Torvorlage geliefert, das Zusammenspiel mit David Alaba klappt überhaupt nicht mehr. Ribéry steht vor einer schweren Zeit – erst recht, wenn Kingsley Coman wieder spielen kann.

Im Video: Kimmich-Kampfansage an den BVB

 

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