Er sieht "große Chance" "Bin nicht pleite": Boris Becker spricht über seine Zukunft

Eine englische Privatbank fordert etwa 3,5 Millionen Euro plus Zinsen von Becker. (Archivbild) Foto: Peter Kneffel/dpa

Die Tennislegende sieht keinerlei Grund, sich wegen seiner derzeitigen Lage Sorgen zu machen. Im Gegenteil: Er sieht sie als große Chance.

London -  Tennislegende Boris Becker hat anhaltende Spekulationen um einen dramatischen finanziellen Schiefstand trotz eines laufenden Insolvenzverfahrens gegen sich mit Nachdruck zurückgewiesen. "Es ist falsch, dass ich pleite bin", sagte der 49-Jährige im Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung. Gegen ihn als Privatperson laufe zwar ein Insolvenzverfahren, seine Firmen seien davon aber nicht betroffen, fügte der sechsmalige Grand-Slam-Gewinner an.

Weiter bezeichnete Becker Medienberichte, wonach sich sein Schuldenstand auf mehr als 60 Millionen Euro belaufe, als falsch. Die Ansprüche einer englischen Privatbank gegen ihn beliefen sich auf "ungefähr 3,5 Millionen Euro plus Zinsen". Die Forderung bestreite er nicht, allerdings sei er sich mit dem Kreditinstitut über die Höhe der Zinsen uneins.

Ebenso bestritt Becker, der am 22. November 50 Jahre alt wird, die Rechtmäßigkeit der Forderungen seines Geschäftspartners Hans Dieter Cleven an ihn in Höhe von 40 Millionen Franken (rund 34,4 Millionen Euro): "Ich schulde Herrn Cleven kein Geld."

Stattdessen verwies der Leimener auf einen laufenden Prozess mit Cleven, in dem er in erster Instanz Recht bekommen habe. "Fakt ist: Momentan schuldet mir Herr Cleven 90.000 Franken Verfahrenskosten vom ersten Prozess. Alles andere ist Humbug", sagte Becker: "Ich werde beweisen, dass das, was er erzählt, nicht stimmt. Und in diesem Prozess stecken wir momentan."

Trotz Insolvenzverfahrens liquide?

Trotz des Insolvenzverfahrens, das ein britisches Gericht im vergangenen Juni gegen ihn eröffnet hatte, sieht sich Becker weiterhin als liquide. "Ich habe genügend nationale und internationale Partnerschaften, mit denen ich Erträge verdiene, die es mir erlauben, meine Mitarbeiter weiter pünktlich zu bezahlen und auch mein Leben in einem normalen Rahmen weiterzuführen", erklärte Becker, der seit dem 23. August als Head of Men's Tennis des Deutschen Tennis Bundes (DTB) die Gesamtverantwortung für das männliche Spitzentennis in Deutschland innehat. Zudem arbeitete Becker zuletzt als Experte für die TV-Sender Eurosport und BBC, weiter ist der frühere Weltranglistenerste für verschiedene Unternehmen als Werbegesicht tätig.

Am 20. Juni 2018 endet das Insolvenzverfahren gegen den dreimaligen Wimbledon-Sieger in Großbritannien, welches er derzeit mit seinem Insolvenzverwalter aufarbeitet. "Praktisch jede Woche stoßen wir auf neue Details, die auch ihn stutzen lassen. Auch ich bin brennend daran interessiert, die ganze Wahrheit zu erfahren", sagte Becker und beteuerte: "Ich habe kein Problem, zu meinen Fehlern zu stehen, wenn ich etwas falsch gemacht habe. Aber ich büße nicht für etwas, das ich nicht getan habe."

Dabei zeigte sich Becker "zuversichtlich", dem Richter eine "neue Faktenlage" präsentieren zu können: "Um in der Tennis-Terminologie zu bleiben: Der erste Satz ist gespielt. Nun stehen wir im zweiten, ich habe eben ein Break gemacht und schlage nun auf."

Sieht "große Chance" für neue Zukunft

Seine derzeitige Lage betrachtet die Tennislegende als Möglichkeit für einen Neustart. "Ich sehe meine aktuelle Situation als große Chance, mit meiner Vergangenheit aufzuräumen und meine Zukunft neu zu gestalten. Das bin ich meiner Familie schuldig", sagte Becker in dem Interview. "Ich habe auf meinem Schreibtisch viele neue Werbeverträge liegen, weil Firmen merken: Der Name Boris Becker ist heiß", sagte der dreifache Wimbledonsieger.

"Man kann mit einem Schuss Humor unglaublich viele gute Werbeslogans finden aus den letzten vier Monaten. Die Schauspielerin Elizabeth Taylor hat einmal gesagt: "No news is bad news"." Er könne nicht jedes Jahr Wimbledon gewinnen und nicht jedes Jahr heiraten. "Aber mein Geschäft ist meine Marke, und die brennt gerade", sagte Becker der Schweizer Zeitung. Wer Publizität suche, engagiere ihn.

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