Nach Anschlag mit 21 Toten Kolumbiens Präsident stoppt Friedensprozess mit Rebellen

Ivan Duque, Präsident von Kolumbien, will hart gegen die linke Guerillaorganisation ELN vorgehen. Foto: Sergio Acero/colprensa/dpa

Der Bombenanschlag auf eine Polizeischule in Bogotá setzt dem Friedensprozess zwischen der Regierung und der ELN ein jähes Ende. Präsident Duque will hart gegen die Rebellen vorgehen. Auch Kuba sieht er in der Pflicht.

 

Bogotá - Nach dem schweren Bombenanschlag mit 21 Toten auf eine Polizeiakademie in Kolumbien hat die Regierung die Friedensgespräche mit der linken Guerillaorganisation ELN vorerst gestoppt.

"Wenn die ELN wirklich Frieden will, dann muss sie dem Land konkrete Taten zeigen", sagte Präsident Iván Duque.

Dazu gehörten die Freilassung von 16 Geiseln in ihrer Gewalt und ein Ende jeglicher krimineller Handlungen. Nur unter diesen Bedingungen sei es möglich, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Regierung machte die ELN für den Anschlag verantwortlich. Die Rebellen haben sich zu den Vorwürfen allerdings noch nicht geäußert.

Die im Zuge der Friedensgespräche ausgesetzten Haftbefehle gegen die Führungsriege der Rebellengruppe würden wieder in Kraft gesetzt, sagte Duque. Er bat alle Staaten um die Festnahme der ELN-Kommandeure. Die Mitglieder des ELN-Oberkommandos halten sich auch immer wieder in Kuba auf. "Wir werden nicht ruhen, bis wir alle Täter und Drahtzieher zur Rechenschaft gezogen haben", sagte der Präsident.

Am Donnerstag waren bei einem Anschlag auf eine Polizeischule in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá 21 Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Kurz nach einer Zeremonie zur Beförderung von Kadetten hatte ein Mann ein mit Sprengstoff beladenes Auto auf das Gelände der Polizeiakademie General Santander im Süden der Millionenmetropole gefahren und zur Detonation gebracht. Der Attentäter, ein langjähriges Mitglied und Sprengstoffexperte der ELN, kam bei dem Anschlag ums Leben. Sein Motiv ist unklar. Ein Verdächtiger wurde nach dem Attentat in Bogotá festgenommen.

Kuba möchte sich zu den Haftbefehlen gegen Kommandeure der kolumbianischen Guerillaorganisation ELN mit den Verhandlungsparteien und weiteren Ländern besprechen. "Kuba wird die zwischen der Regierung (Kolumbiens) und der ELN unterzeichneten Protokolle für den Friedensdialog streng einhalten, einschließlich des Protokolls für den Fall der Unterbrechung der Verhandlungen", schrieb der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez am Freitagabend (Ortszeit) auf Twitter.

 

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