Börse Der Dax rutscht unter 9.000 Punkte - und jetzt?

Beim Blick auf die Kurstafel des Dax dürfte manchem Anleger schwindlig werden. Foto: dpa

Der Ausverkauf an den Aktienmärkten geht in atemberaubenden Tempo weiter. Gestern hat der Leitindex eine wichtige Hürde auf seinem Weg nach unten gerissen. Wie die Zukunftsaussichten sind.

 

Frankfurt/Main - Der deutsche Leitindex Dax ist am Montag zum ersten Mal seit fast anderthalb Jahren wieder unter die Marke von 9.000 Punkten gerutscht. Damit setzte sich der Ausverkauf der vergangenen Monate fort. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Kursrutsch.

Wie viel hat der Dax inzwischen verloren?

Alleine seit Jahresbeginn summiert sich der Verlust in der Spitze auf 16 Prozent. Doch wer als Anleger zur Boomphase im vergangenen Frühjahr eingestiegen ist, muss noch weitaus größere Verluste verkraften: Im April hatte der Dax den höchsten Stand seiner Geschichte bei 12.390 Punkten erreicht – seitdem verlor er mehr als 27 Prozent.

Was hat den Rutsch an den Aktienmärkten verursacht?

Schwache chinesische Konjunkturdaten haben die Sorgen der Anleger über eine harte Landung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft angefacht. Die Angst vor einem globalen Flächenbrand geht seitdem um, denn das aufstrebende China ist ein wichtiger Rohstoffverbraucher und gilt als Lokomotive der Weltkonjunktur. Inzwischen gibt es auch Anzeichen, dass es in den USA nicht mehr rund läuft.

Welche Rolle spielen die Rohstoffmärkte?

Die sinkenden Ölpreise sind zwar einerseits gut für den Verbraucher, bringen aber die Ölförderländer und Ölkonzerne wie BP oder Shell in Bedrängnis. Sie werden zu einem radikalen Sparkurs gezwungen – was negativ auf die Weltkonjunktur durchschlägt.

Wie weit könnte es mit dem Dax noch abwärts gehen?

Das weiß keiner. Die Psychologie spielt an den Aktienmärkten eine große Rolle. Zuletzt wurden wichtige Marken unterschritten, was sowohl Computersysteme als auch Anleger zu Verkäufen bewegte. Experten halten einen Rückgang bis auf 8300 Punkte in den kommenden Wochen für möglich.

Welche Rolle spielen die mächtigen Notenbanken?

Das billige Geld der Notenbanken galt lange als Treibstoff für die Börsen – denn Aktien versprachen angesichts von Minizinsen für Sparbuch & Co. die größten Gewinne. Doch inzwischen mehren sich Stimmen, die an der Durchschlagskraft der ultralockeren Geldpolitik auf die Weltkonjunktur zweifeln.

 

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