Bochum gewinnt 2:0 Hooglands Hand besiegelt Löwen-Pokalpleite

Am Boden zerstört: 1860-Profi Michael Liendl nach der 0:2-Niederlage gegen Bochum. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Es war die vierte Pflichtspiel-Pleite des TSV 1860 in Folge - und bedeutete das Aus im Pokal-Achtelfinale. Das 0:2 gegen den VfL Bochum zeigte den Löwen wieder mal die eigenen Grenzen auf.

München - Ein Hauch von Maradona in der Allianz Arena? Nein, so formvollendet war der Treffer des Bochumers Tim Hoogland dann doch nicht. Wichtig aber allemal. Und irregulär.

Mit dem 2:0, das der Abwehrspieler kurz vor der Pause (44. Minute) mit dem rechten Unterarm erzielte, war diese Achtelfinal-Partie im DFB-Pokal zwischen dem TSV 1860 und dem VfL frühzeitig entschieden.

Das spürten in diesem Moment wohl auch die Sechzger, vor allem Stefan Ortega. Der Torhüter stürmte nach Hooglands Schummel-Treffer zunächst auf Schiedsrichter-Assistent Marcel Pelgrim zu, nach dem Halbzeitpfiff schleuderte er dann seine Trinkflasche vor die Füße von Referee Marco Fritz.

Allein: Es half nichts. Das Gespann gab den Treffer - und die Erfolgsstory der Löwen in der diesjährigen Pokalrunde, die zumindest ein wenig von der Tristesse in der Liga abgelenkt hatte, war beendet. Nach nicht einmal 45 Minuten.

Die Sechzger verloren - vor den Augen ihres Investors Hasan Ismaik - damit auch das vierte Pokal-Spiel gegen Bochum, für Trainer Benno Möhlmann war es im achten Spiel als Löwen-Coach die vierte Niederlage.

Durch die Pleite verpasste der finanziell klamme TSV 1860 auch Zusatzeinnahmen in Höhe von 1,041 Millionen Euro aus der zentralen Rechtevermarktung. Wie nötig der Verein dieses Geld gehabt hätte, war bereits Stunden vor Anpfiff durchgesickert.

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Die "Bild"-Zeitung hatte berichtet, dass den Löwen wegen nicht erfüllter DFL-Auflagen ein Punktabzug drohe. "Dies ist inhaltlich und sachlich falsch", teilte Löwen-Geschäftsführer Markus Rejek in einer Pressemitteilung mit.

Offenbar muss bis zum 31. Dezember aber frisches Kapital von Gesellschafter Ismaik aufgetrieben werden. Sonst könnte die DFL zumindest eine Geldstrafe verhängen. Immerhin: Ein Punktabzug droht wohl vorerst nicht.

Vor nur 19.800 Zuschauern, unter ihnen auch einige Anhänger des FC Bayern, wie das "Schickeria"-Plakat vor dem Gästeblock verriet, waren die favorisierten Bochumer von Beginn an überlegen.

Der Ex-Löwe Peniel Mlapa vergab die erste Chance (3.), auch danach merkte man den Sechzgern ihre Verunsicherung an.

Kurz vor der Pause belohnten sich die konterstarken Gäste in Person von Janik Haberer mit dem 1:0 (39.). Der frühere Unterhaching-Spieler nutzte einen Stellungsfehler von Milos Degenek, dann umkurvte er Sertan Yegenoglu und schob links unten ins Eck ein - unhaltbar für Ortega. Der Pokal-Keeper der Löwen war von Möhlmann wie erwartet anstelle von Vitus Eicher zwischen die Pfosten gestellt worden.

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Auch nach der Halbzeit dominierte Bochum, ein höherer Sieg war möglich. Die Fehlentscheidung beim 0:2 hätte ja durchaus eine "Jetzt-erst-recht-Reaktion" bei den Löwen provozieren können. Tat sie aber nicht.

Von einer "schweren, aber machbaren Geschichte" hatte Möhlmann vor dem Spiel gesprochen und nach den Siegen gegen die Bundesligisten Hoffenheim und Mainz Hoffnung auf die nächste Überraschung geschürt.

Das Pokal-Aus zeigte aber: Für die Löwen in der aktuellen Verfassung ist ein Team wie Bochum eine Nummer zu groß.

Und am Sonntag wartet nun zum Abschluss dieses grausamen Fußballjahres schon wieder ein solches Kaliber: Dann reisen die Sechzger zum Tabellenzweiten SC Freiburg.

 

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