Bobby Arnold Irrer Deal: 50 Euro für jedes Mal Zuhauen

Er hat gern alles im Griff: Bobby Arnold will Shirley, der Ehefrau von Regisseur Otto Retzer (l.), auf einer Party 2001 einen Zettel ins Dekolletee stecken. Foto: Brauer

Diesen abstrusen Deal hat Bobby Arnold mit einem Kellner gemacht, der so durch die Schlagkraft des Gastes sein Gehalt aufbessert

 

Er spaltet weiterhin die Münchner Society: Manche halten Kino-Legende Bobby Arnold (69), gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Körperverletzung und Beleidigung mit sexuellem Hintergrund ermittelt, für einen überdrehten Spaßvogel, der alles doch nur ganz lustig meint. Andere finden ihn armselig und gemeingefährlich. Er selbst bezeichnet sich als den „bravsten Bub zwischen Auer Mühlbach und dem Mississippi“ (AZ berichtete).

Jetzt taucht ein Mann auf, der aus Arnolds, nun ja, doch sehr speziellen Art Gewinn schlägt: der Münchner Kellner Florian (Name von der Redaktion geändert). Seit vielen Jahren hat Bobby Arnold seinen täglichen Stammtisch in der Hausbox von Edi, Mathias und Ludwig Reinbolds Schützenfestzelt. Und seit einigen Jahren ist Florian der zuständige Kellner für den millionenschweren Arri-Erben. Oder, wie er es nennt: „Ich bin der Einzige, der sich das antut.“

Vor vier Jahren fing es laut Florian an, dass Bobby mit der Faust gegen den Wiesn-Kellner schlug, ihn mal stiefelte oder mit Eiswürfeln herumwarf. „Ich hatte mich schon davor gewundert, was seine Gäste am Tisch alles ertragen. Dann überlegte ich: Entweder ich zeige den Herrn Arnold an, oder ich löse das jetzt auf meine Weise“, so der Schützenfestzelt-Mitarbeiter, der zur Nicht-Wiesn-Zeit in einem Lokal im Glockenbachviertel arbeitet.

Florian wollte den sonst recht lukrativen Job auf dem Oktoberfest nicht aufgeben, deshalb löste er es tatsächlich „auf seine Weise“. Und die sieht ziemlich verrückt aus: 50 Euro bekommt der Kellner jedes Mal fürs Zuhauen von Bobby Arnold. „Ich kann und will nicht jedes Mal zurückschlagen. Deshalb ist das so ein ganz guter Deal“, meint Florian. Denn durch die Schlagkraft des fragwürdigen Gastes bessert er sein Gehalt auf. Nur durchs Zuschlagen kommt er immerhin auf 200 bis 300 Euro. An einem Tag.

Ein abstruses Geschäft: Trinkgeld für blaue Flecken? „Der Herr Arnold liefert schon krasse Sachen ab und führt sich sehr auf. Echt komisch, dass ihn von seinen prominenten Freunden niemand bremst oder mal die Meinung sagt. Aber mein Trinkgeld, das man ja auch als Schmerzensgeld sehen kann, zahlt er wirklich immer. Da ist er ganz zuverlässig, obwohl er sonst eher etwas geizig ist“, erzählt Florian. „Am Ende setze ich die Anzahl der Fäuste, die meinen Körper getroffen haben, auf die Rechnung von ihm.“ Im vergangenen Jahr hat „Mister Arri“ Florians Weste zerrissen, doch auch dafür zahlte er die 300 Euro gleich anstandslos.

Der bizarre Deal der beiden läuft nun seit Jahren so. Bobby Arnold bestätigt das etwas andere Business. Am Telefon sagt der dazu: „Ja, ja, so haben wir das ausgemacht, und daran halten wir beide uns auch. Der Bursche bekommt so ein prima Trinkgeld, ist doch lustig.“

 

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