Bluttat in Gern Weil sie ein Leben ohne ihren Mann plant, muss Sylvia sterben

Die Leiche der Frau wird abtransportiert. Foto: rah

Die 35-Jährige gesteht ihrem Mann, dass sie eine Auszeit von der Ehe will. Da greift der Nachhilfelehrer zum Messer – und sticht zu.

München -  Sie sind ein ungleiches Paar – Sylvia Z. (35) und Robin L. (42). Sie ist Intelligent, hübsch und erfolgreich mit großen Plänen für die Zukunft. Ihr Mann hält sich nur mühsam finanziell über Wasser. Er gibt Englisch-Nachhilfe. Sylvia Z. ist eine selbstständige Frau. Sie fliegt nach Australien, um ihren Vater zu besuchen.

Drei Wochen ist sie weg. Robin L. schickt ihr weinerliche Mails hinterher. „Komm zurück“, fleht er. „Ich kann ohne dich nicht leben.“ Doch die 35-jährige Managerin hat sich längst entschieden. Am Dienstagabend macht sie reinen Tisch. „Ich brauche eine Auszeit“, gesteht sie ihrem Mann. Sie will keine Scheidung, noch nicht – aber eine Trennung auf Zeit.

Robin L. sticht auf seine Frau ein wie im Blutrausch

Für den 42-Jährigen ist das ein Schock. Sie sind zwar schon lange ein Paar. Aber erst seit zwei Jahren verheiratet. Trotzdem „gab es seit einiger Zeit Beziehungsprobleme“, bestätigt Kriminaloberrat Markus Kraus, Chef der Münchner Mordkommission. Robin L. ist offenbar eifersüchtig. Er will seine Frau unter keinen Umständen gehenlassen.

Doch Sylvia Z. will ihr Leben völlig umkrempeln. Das jedenfalls erzählt sie Freunden und auch ihrer Familie. Nach sieben Jahren bei einem Internet- und Telefonanbieter reizen sie neue Aufgaben. Sie kündigt. Einen neuen Job hat sie schnell gefunden. Im April hätte sie in der neuen Firma anfangen sollen. Doch so weit kommt es nicht.

Am Dienstagmorgen eskaliert die Ehekrise. Das Paar gerät in Streit. Robin L. greift zu einem Küchenmesser. In blinder Wut sticht er auf seine Frau ein. Nach AZ-Informationen etwa 30 Mal. „Übertöten“ nennen das Kriminalisten. „Ein Beleg dafür, dass sich eine Menge Wut und verletzter Stolz entladen haben.“

Sylvia Z. wird vom Angriff ihres Mannes völlig überrascht

Das Opfer hat, wie ein Gerichtsmediziner bei der Obduktion feststellt, „multiple Stichverletzungen“ erlitten. „Die Frau ist nach innen und außen verblutet“, sagt Markus Kraus. Zudem hat sie schwere Kopfverletzungen.

Sylvia Z. muss von dem Angriff ihres Mannes völlig überrascht worden sein. Als er gegen 8 Uhr morgens wie von Sinnen auf sie einsticht, ist die 35-Jährige beinahe nackt. Sie trägt lediglich einen Slip. Anschließend rennt Robin L. aus der Wohnung.

Im dritten Stock des Mietshauses in der Klugstraße öffnet er im Treppenhaus ein Fenster und springt. Eine Nachbarin findet den Schwerverletzten. Er hat mehrere Frakturen erlitten, innere Verletzungen. In der Klinik wird Robin L. ins künstliche Koma versetzt. „Es wird noch Tage dauern, bis wir ihn befragen können“, so Kraus. „Es gibt keinen vernünftigen Zweifel daran, dass er für die Tat verantwortlich ist.“

 

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