Bluesrock Bonnie Raitt - ein Leben in Liedern

Bonnie Raitt und ihre Lieblingsgitarre, die braune Stratocaster. Foto: Hans Klaus Techt / dpa

Nach langer Zeit wieder unterwegs. Bonnie Raitt und ihre Band spielten im Circus Krone.

 

Reizend, wie sie da bei der Zugabe ins Plappern kommt. Dass ihre Hände so slimy sind, weil sie sich immer durch die Haare mit ihren ganzen Haarpflegeprodukten fährt. Wie sie abbricht und sich zur Ordnung ruft: „Too personal, too much information.“

Ab der ersten Nummer „Used To Rule The World“, mit der auch ihr aktuelles Album „Slipstream“ beginnt, wirkt Bonnie Raitt als stünde sie mit der Band ohne Show und Pose im Proberaum. Lange war sie nicht mehr auf Tour. Aber anstatt die Bonnie von gestern zu feiern, stellt sie erst einmal neue Aufnahmen vor.

In ihrer Version von Dylans „Million Miles“ spricht sie nicht wie Bob aus dem Jenseits, sondern träumt im Jetzt. „Right Down The Line“ hat bei dieser Band die Andeutung von Reggae und zeigt in seinen aparten Akkordwechseln, was für ein Melodienfinder der 2011 gestorbene Gerry Rafferty war.

Immer wieder allerdings scheint diese Band ein Eckchen zu lässig. Gerade wenn es in Richtung Funk geht, ist der Gesamtsound irritierend ungenau, verwischt der Beat so, dass man dazu auch nicht mehr laid back sagen mag.

Die starken Momente verhindert das nicht. Bei „Come To Me“ zeigt Gitarrist George Marinelli Riffcoolness. Mike Finnegan lässt an der fauchenden B3 mit „I Got News For You“ den Love-Blues-Killer raus und Bonnie gleitet mit dem Bottleneck über Telegraphendrähte. Möglich, dass man heute anders kommuniziert. Wen schert’s?

Fast vierzig Jahre, nachdem sie ihn aufgenommen hat, steht Bonnie da mit der Akustischen, widmet den Song ihrer Mutter, die nie die verdiente Anerkennung bekam und singt John Prines „Angel From Montgomery“ mit der Zeile „I am an old woman named after my mother“.

 

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