"Blood and Honour" Ungarische Neonazis planen München-Tour

Ein ungarischer Neonazi in Budapest (Archivbild). Am Wochenende machen ungarische Neonazis Stopp in München. Foto: dpa

Die ungarische Sektion des Neonazi-Netzwerks "Blood and Honour" will in den nächsten Tagen eine Tour durch Österreich und Deutschland machen und Orte der NS-Vergangenheit besuchen. Auf dem Reiseplan steht auch München.

 

München - Am Wochenende kommen ungarische Neonazis nach München. Wie der "Standard" berichtet, plant die ungarische Sektion von "Blood and Honour" eine "Nazi-Sightseeing-Tour" durch Österreich und Bayern. Tagesziel am Donnerstag soll Hitlers Geburtsstadt Braunau sein.

Laut der Zeitung planen die Neonazis dort am Donnerstag einen "Abendspaziergang". Der österreichischen Polizei ist das Vorhaben bekannt. "Es dürfte eine kleinere Personengruppe sein, aber wir nehmen das sehr ernst. Daher werden wir das Ganze genau mitverfolgen und beobachten.Wir werden sofort beherzt eingreifen", sagt der Sprecher der Polizei Oberösterreich dem "Standard".

Nach einer Übernachtung in Braunau sollen die "Blood and Honour"-Mitglieder in den darauffolgenden Tagen noch Halt in Landshut, Nürnberg, München und Berchtesgaden machen, bevor es dann wieder zurück nach Budapest gehen soll.

In München wollen die ungarischen Faschisten historische Orte wie Königsplatz, Odeonsplatz oder das „historische Parteienviertel“ besuchen. Dominik Krause, Stadtrat der Fraktion B90/ Die Grünen – rosa liste, befürchtet, dass es zu einem Treffen mit bayerischen Gesinnungsgenossen kommt. Denn zeitgleich zur "Nazi-Tour" der Ungarn hat auch die Partei "Derr III. Weg" eine Kundgebung in München geplant. Seit Jahren gibt es eine enge Verbindungen zwischen bayerischen und ungarischen Neonazis.

„Dass es am Samstag zu einem erneuten Austausch zwischen deutschen und ungarischen Neonazis kommen wird liegt auf der Hand, so Krause. "Dieser Art von „Nazi-Tourismus“ nach München - der ehemaligen Hauptstadt der Bewegung - muss unbedingt Einhalt geboten werden.

Zudem fordert er das KVR auf, alle Möglichkeiten zu prüfen, der in Deutschland verbotenen Organisation „Blood & Honour“ die Einreise zu verweigern.

 

5 Kommentare