Blitzkritik Ponkie: "Dr.Hope - Eine Frau gibt nicht auf"

Heike Makatsch als Dr. Hope Foto: ddp/ZDF/Erika Hauri

Ponkie findet: Ein ordentliches Melodram - „Dr.Hope - Eine Frau gibt nicht auf“, der Zweiteiler im ZDF mit Heike Makatsch

 

Es ist noch gar nicht so lange her, dass Frauen ohne Erlaubnis des Ehemanns keinen Beruf ausüben durften und auf die Rolle der entmündigten Hausfrau festgelegt wurden. Insofern ist die Biographie von Dr.Hope Bridges-Walther-Adams, der ersten Ärztin, die in Deutschland ihr Medizinstudium durchgesetzt hatte, die lebenslange Kampfsituation einer Sozialdemokratin und Frauenrechtlerin, die sich gegen den Männerhochmut an den Universitäten und das frömmlerische Frauenbild eines nationalistisch geprägten Zeitgeists wehren musste: Zündstoff genug für ein rebellisches Leben gegen die negative Dauererfahrung der Unterbewertung von Frauen-Intelligenz und Gerechtigkeit. .

Doch scheint das oberste Ziel bei solch späten Huldigungen für weibliche Pionierleistungen zu sein, dass ein ordentliches Melodram dabei herausspringt. „Dr.Hope - Eine Frau gibt nicht auf“ (Buch: Katrin Tempel, Torsten Dewi, Christoph Callenberg, Regie: Martin Enlen, ZDF) folgt den simplen Schlüsselszenen für eine Galionsfigur, die gegen Tuberkulose und die Armut abgehärmter Mütter kämpft und sich zwischen dem biederen esten Ehemann Otto (Justus von Dohnanyt) und dem zweiten Partner Carl (Martin Feifel) entscheiden muss.

Konventionelle Historienbilder zwischen Leipzig, München und London, Freunschaft mit Clara Zetkin (Inka Friedrich) und Zusammenstoß mit einer bösen, bigotten Hebamme (Monika Baumgartner) - und Heike Makatsch als Dr.Hope von 20 bis 70: Ein dekorativer Zweiteiler, der hinter den Möglichkeiten des Stoffes zurückbleibt (2.Teil Mont, 22.März).

Ponkie

 

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