Blitzkritik „Kampf der Titanen“: Kampf der Formate

Sam Worthington als Perseus Foto: AP

Eine trashige Neuauflage: Eigentlich müsste der Film „Kampf der Formate" heißen. So lang und breit wurde bereits über die nachträgliche 3D-Konvertierung des Antiken-Spektakels diskutiert.

 

Gegenstand der Kritik war die populistische Entscheidung der Produzenten, ihrem „Kampf der Titanen" gegen den Willen des Regisseurs eine dritte Dimension hinzuzufügen. Für dieses kostenintensive Verfahren wurden aber lediglich sechs Wochen Arbeitszeit eingeplant.

Wenig überraschend ging der Schnellschuss nach hinten los: Die wenigen, deplatziert wirkenden 3D-Effekte halten den Vergleich mit Camerons „Avatar" keineswegs stand und bereiten gerade in den viel zu schnell geschnittenen Kampfszenen regelrechte Kopfschmerzen.

Auch wenn Regisseur Louis Leterrier („Transporter 2") für dieses katastrophale Marketingmanöver nicht verantwortlich ist, muss er sich doch den Vorwurf gefallen lassen, mit „Kampf der Titanen" ein seelen- und spannungsloses Remake abgeliefert zu haben.

Die irdischen Bewohner der antiken Sagenwelt sind es leid, von den Göttern herumkommandiert zu werden. Aus lauter Frust zerstören Soldaten aus Argos sogar eine Statue von Zeus. Der König der Götter (Liam Neeson) ist über dieses Aufbegehren entsetzt und beschließt mit Hades (als wäre er Lord Voldemort: Ralph Fiennes), ein Exempel an den Menschen zu statuieren: Innerhalb von zehn Tagen muss Prinzessin Andromeda geopfert werden oder ein riesiges Krakenmonster zerstört ganz Argos.Die letzten Hoffnungen ruhen auf Halbgott Perseus (ausdruckslos: Sam Worthington), der sich mit einer Kriegerschar auf die Suche nach der geheimnisvollen Medusa macht. Nur deren steinerner Blick könnte den Kraken aufhalten.

Vor 30 Jahren erfreute „Kampf der Titanen" mit liebevollen Stop-Motion-Einlagen von Effektepionier Ray Harryhausen eine kleine Fangemeinde. Die trashige Neuauflage setzt dagegen auf neueste Computer-Tricks. Doch die spektakulären Animationen der fliegenden Pferde, aggressiven Riesenskorpionen und des ominösen Kraken erschöpfen sich in Wiederholungen oder erinnern an andere Blockbuster (zum Beispiel „Die Mumie").Was dem Film „Kampf der Titanen" gänzlich fehlt, ist der Sinn für Ironie. Und mit der faszinierenden griechischen Mythologie hat diese Produktion nur noch die Namen der antiken Helden gemein.

Florian Koch

Kino: Forum, CinemaxX, Mathäser, Münchner Freiheit, Royal, Cinema in OV, R: Louis Leterrier B: Travis Beacham, Phil Hay, Matt Manfredi K: Peter Menzies Jr. (USA, 106 Min.)

 

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