Blitzkritik „Der Herr der Ringe“ mit Live-Musik in der Philharmonie

Szenenbild aus 'Herr der Ringe' Foto: ap

Ein Event der Extraklasse: „Der Herr der Ringe“ mit Live-Musik in der Philharmonie. Der inzwischen schon dritte Teil des monumentalen Kinoepos nach Tolkiens Roman läuft dabei auf einer riesigen Leinwand – doch die Filmmusik ist ausgeblendet und wird live dargeboten.

 

Wenn die Bläserklänge bedrohlich anschwellen, die Orks mächtig metzeln und der „Weiße" ins Bild reitet – dann wissen die Fans, dass sie in Mittelerde angekommen sind. Hobbit Frodo und seine Gefährten kämpfen gegen Sauron, die Verkörperung des Bösen schlechthin. Am Schluss werden sie den Unheil bringenden Ring in den feurigen Schlund geworfen und Orks & Co. besiegt haben. Wie aufrührend, spannend und dramatisch das ist, kann man sich derzeit in der Philharmonie im Gasteig anschauen – in einer einmaligen Inszenierung des Kino-Erfolges „Der Herr der Ringe".

Der inzwischen schon dritte Teil des monumentalen Kinoepos nach Tolkiens Roman läuft dabei auf einer riesigen Leinwand – doch die Filmmusik ist ausgeblendet und wird live dargeboten. Punktgenau liefert Dirigent Ludwig Wicki die Einsätze für die Münchner Symphoniker und den Universitätschor München (Einstudierung: Johannes Kleinjung). Einem glänzend eingestimmten Chor übrigens, der nicht nur wegen der quantitativen Stimmgewalt seiner fast 200 Sängerinnen und Sänger immer mehr zu einem der beachtenswertesten Chöre Münchens wird.

Noch mehr als im Kino laufen einem bei dieser Version von „Herr der Ringe" die Schauer über den Rücken, die Musik von Oscar-Gewinner Howard Shore spielt sogar eine viel wichtigere Rolle als im Film, ist mal subtil-sphärisch, mal machtvoll-furios. Und Chor und Orchester meistern die Herausforderung souverän. Sie stehen nicht hinter dem Original des Soundtracks zurück – im Gegenteil. Auch wenn die stimmlich überzeugende Sopranistin Kaitlyn Lusk trotz dramatischer Gestik beim Schlusslied „Into the West" hinter dem Original von Annie Lennox herhinkt.

Noch am Samstag und Sonntag gibt es das großartige Event zu sehen und zu hören. Wer dabei sein will, muss allerdings versuchen, kurz vor der Vorstellung (jeweils 17 Uhr) noch eine Karte (36 bis 69 Euro) zu ergattern, denn offiziell sind alle vier Abende ausverkauft. Für alle, die keine Karte mehr bekommen können, gibt es einen Trost: Im April 2011 wird die gesamte Trilogie „Herr der Ringe" in einem Rutsch aufgeführt – an sechs Abenden zwischen dem 17. und dem 25. April.

Michael Heinrich

 

0 Kommentare