Blitzkritik Das Rohrer & Brammer eröffnet mit dem Theaterstück „Indien“

Illustration Foto: az

Susanne Rohrer und Christiane Brammer strahlten um die Wette: Besser hätte ihr Einstand nicht laufen können. Im früheren Heppel & Ettlich präsentierte sich ihr neues Kleinkunstlokal Rohrer & Brammer in luftigem Chic. Und bei der Eröffnungspremiere des Theaterstücks „Indien“ von Alfred Dorfer und Josef Hader in Georg Büttels Regie glänzten Ferdinand Dörfler und Peter Weiß als ungleiche Gasthaus-Inspekteure.

Sie müssen zusammen auf Dienstreise: Der prollige Heinzi Bösel prüft die Qualität des Essens in Provinz-Wirtshäusern. Ferdinand Dörfler ist eine schauspielerische Urgewalt: Stoisch frisst er ein Schnitzel nach dem anderen, immer mit einem Bier dazu. Der nervöse, bebrillte Beamte Kurti Fellner (Peter Weiß) checkt die Hygiene und sucht das gebildete Gespräch. Man redet über Frauen, den Alltag, das Leben - und kommt sich beim Schnaps langsam näher.

Auf die Komik folgt die Tragik: Kurti liegt mit Hodenkrebs im Krankenhaus. Wunderbar spielt Weiß die verzweifelte Heiterkeit des Sterbenden, rührend macht ihm Dörfler wie ein tapsiger Bär mit Erdbeeren und Heimorgel Freude und Mut. Alle anderen kleinen Rollen verkörpert Andreas Glas. Die ungemein dichte Aufführung spannt den Bogen zwischen Unterhaltung und Anspruch, der hoffentlich programmatisch sein wird für die neue Kleinkunstbühne.

Gabriella Lorenz

Rohrer & Brammer (Kaiserstraße 67), 9., 10., 14., 16., 17., 20., 21., 23. Okt., 20 Uhr, Tel. 349 359

 

0 Kommentare