Blitzkritik Bewegend: „Brundibár“ im Gärtnerplatztheater

Illustration Foto: Lioba Schoeneck

Soviel Begeisterung gab es am Gärtnerplatz lange nicht! Eine Zugabe, euphorischer Applaus und mancher trampelte mit den Füßen nach der Kinderoper „Brundibár“.

 

Die musikalische Leiterin Verena Sarré hatte Tränen in den Augen, erlöst-glücklich ob ihrer herzallerliebst singenden Zöglinge. Zur Einführung spielte Jugendtheatergruppe Impressionen aus dem KZ Theresienstadt, wo der Hans Krása seine Kinderoper niederschrieb. Häftlinge und Kinder führten „Brundibár“ unzählige Male auf und stilisierten sie zu einem Symbol der Freiheit. Der Kinderchor beschäftigte sich während der Probenzeit mit Zeitzeugen.

Ob einem Sechsjährigen das Grauens wirklich klar wird, steht auf einem anderen Blatt. Zu diesem düsteren Vorwort lieferte die Oper über Freundschaft und Mut den auflockernden Kontrast. Holger Seitz inszenierte die Geschichte über zwei Kinder, die mit Hilfe von Tieren und Nachbarsfreunden den diktatorischen Leierkastenmann Brundibár vertreiben, um für ihre kranke Mutter Geld zu beschaffen. Sein Engagement lohnt sich: Die Vorstellung war zu drei Vierteln von Nachwuchsoperngängern besucht. Leider ist die zweite Vorstellung vom 7. März schon ausverkauft.

Sarah Hilgendorff

 

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