Blatter-Nachfolger Neuer FIFA-Präsident: Reaktionen zur Infantino-Wahl

Neuer FIFA-Präsident: Der Schweizer Gianni Infantino. Foto: dpa

Ein Schweizer geht, ein Schweizer kommt: Gianni Infantino ist der neue FIFA-Präsident und löst damit den suspendierten Sepp Blatter ab. Die Sportwelt reagiert gespalten auf die Wahl – eine Auswahl.

 

Zürich - Am Freitag wurde Gianni Infantino zum neuen Präsidenten der FIFA gewählt. Der Schweizer ging nach dem ersten Wahlgang in Führung und setzte sich im zweiten dann letztendlich durch. Das sagen wichtige Sport-Funktionäre zu Infantinos Wahl.

Gianni Infantino: "Die FIFA hat harte Momente hinter sich, Krisenmoment. Aber das ist jetzt vorbei", sagte Infantino: "Wir möchten den Respekt der ganzen Welt. Wir werden mit Hingabe arbeiten, so dass wir uns wieder auf dieses wundervolle Spiel konzentrieren können. Ich möchte der Präsident von allen 209 Mitgliedsverbänden sein, und gemeinsam werden wir den Ruf der FIFA und die Achtung vor der FIFA wiederherstellen. Ich möchte mit allen zusammenarbeiten, um eine neue Ära einzuläuten. Eine Ära, in der der Fußball wieder im Zentrum steht."

Wolfgang Niersbach (ehemaliger DFB-Präsident und Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees): "Das war ein guter Tag für die FIFA, vielleicht sogar ein historischer, dass muss die Zukunft zeigen. Die Arbeit ist noch nicht beendet, sie beginnt mit dem heutigen Tag erst richtig. Ich bin froh, dass der aus meiner Sicht beste Kandidat gewonnen hat. Ich traue Gianni zu, dass ihm die Wende in Sachen Ansehen und Glaubwürdigkeit der FIFA gelingt."

Rainer Koch (DFB-Interimspräsident): "Wir sind froh und erleichtert, dass Gianni Infantino gewonnen hat und dass der europäische Fußball weiter starken Einfluss nehmen kann. Zusammen mit dem Reformpaket macht das Mut und gibt Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Aber es gibt viel zu tun."

Thomas Bach (IOC-Präsident): "Herzlichen Glückwunsch an Gianni Infantino zu seiner Wahl. In diesen schwierigen Zeiten für den Fußball wünsche ich ihm alles Gute bei der Implementierung der vom außerordentlichen FIFA-Kongress beschlossenen Reformen. Ich freue mich auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit im Sinne des Sports."

Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandsboss von Bayern München): "Alle, die Klubs wie die nationalen und internationalen Verbände, tragen Verantwortung für die Spieler. Wir haben einen Punkt erreicht, an dem wir den Spielern keine weiteren Bürden auferlegen können, sondern sie entlasten müssen. Die FIFA muss ihrer Verantwortung für die Gesundheit der Spieler Rechnung tragen."

Dagmar Freitag (Bundestags-Sportausschussvorsitzende, bei Sky): "Die Hoffnung ist gering, dass sich Entscheidendes ändern wird. Wünschenswert wäre ein Kandidat gewesen, der nichts mit den alten Seilschaften zu tun hat, aber das wäre weltfremd gewesen. Man darf nicht vergessen, dass Infantino immer noch von Leuten umgeben ist, die auch schon zum System seines Vorgängers Joseph S. Blatter gehörten."

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Leo Windtner (ÖFB-Präsident) "Es ist ein guter Tag für den Weltfußball und auch für Europa. Wir haben dieses Ergebnis mit Freude und Erleichterung aufgenommen. Die tolle Präsentation und die Performance von Gianni Infantino haben beigetragen, viel Glaubwürdigkeit in den Fußball zurückzubringen. Die Nationalverbände und der Fußball können sich in Zukunft mehr Unterstützung erwarten und ich freue mich auch, dass der ÖFB zu diesem tollen Ergebnis beitragen konnte. Ich denke, dass es nun gute Chancen gibt, dass die so notwendigen Reformen auch in die Tat umgesetzt werden."

Sunil Gulati (Präsident des US-Verbandes): "Herzlichen Glückwunsch an Gianni Infantino. Wir freuen uns darauf, gemeinsam Reformen anzupacken."

 

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