BKK-Report 2013 Immer mehr Fehltage wegen Rückenleiden

Schmerz lass’ nach – tut er aber nicht. Rückenleiden sorgen für immer mehr Fehltage am Arbeitsplatz. Foto: dpa

BKK-Report über die Gesundheit der Deutschen: Rücken ist eine Volkskrankheit, immer mehr Menschen fehlen deshalb am Arbeitsplatz.

 

München - Über 20 Millionen Deutsche plagen regelmäßig Rückenschmerzen. Und immer mehr müssen deshalb krankgeschrieben werden. So sind Muskel- und Skeletterkrankungen für 26,5 Prozent aller Ausfalltage verantwortlich – Nummer eins der Krankheitsursachen in Deutschland. Knapp die Hälfte davon entfällt auf Erkrankungen von Wirbelsäule und Rücken. Zu diesem Fazit kommt der Gesundheitsreport 2013 der Betriebskrankenkasse (BKK), der am Dienstag vorgestellt wurde.

Waren Muskel- und Skeletterkrankungen im Jahr 2005 für durchschnittlich 3,3 Fehltage pro BKK-Mitglied verantwortlich, sind es 2012 bereits 4,1 Fehltage. Am meisten betroffen sind Menschen, die im sprichwörtlichen Sinn einen Knochenjob haben. An erster Stelle kommen Arbeiter im Paketdienst. „Die müssen oft schwer heben und haben dazu viel Stress bei der Arbeit“, so Manuela Osterloh von der BKK zur AZ. Doch auch wer bei der Müllabfuhr oder dem Recycling schuftet, muss oft zu Hause bleiben. Wer hat noch Rücken? Vielfahrer und Beschäftigte in der Metallerzeugung.

Im Büro sorgten Rückenleiden zwar nicht für so viele Ausfalltage wie in körperlich anstrengenden Jobs. Doch auch am Schreibtisch werden die Schmerzen zur Dauer-Qual. Und zwar nicht weil der Rücken überfordert, sondern unterfordert ist, so Osterloh. Zwei Hauptgründe gebe es dafür. Zum einen fehlt Arbeitern im Büro die Bewegung. Zum anderen lässt der Stress die Muskulatur verkrampfen.

Dabei schneidet Bayern beim Volksleiden Rücken noch gut ab. Nur in Baden- Württemberg haben Angestellte weniger Probleme mit dem Rücken als im Freistaat. Besonders viele Menschen lassen sich in Ostdeutschland wegen Rückenleiden krank schreiben. Doch auch in Bayern fehlt jedes BKK-Mitglied im Schnitt wegen Muskel- und Skeletterkrankungen vier Tage pro Jahr am Arbeitsplatz – rund die Hälfte davon wegen Rückenschmerzen.

Der BKK-Gesundheitsreport zeigt auch: Menschen in Arbeit leiden am Rücken, Menschen ohne Arbeit leiden psychisch. So ist die Psyche hinter den Muskel- und Skeletterkrankungen der zweithäufigste Grund für Ausfalltage. Beide zusammen machen 53 Prozent der Arbeitsausfälle aus. Und bedingen sich gegenseitig. Denn psychische Erkrankungen führen oft auch zu chronischen Rückenleiden.

Während die meisten Krankheiten fast alle Altersgruppen gleich betreffen, schnellt die Zahl der Ausfalltage wegen Rückenleiden drastisch hoch, je länger man im Job gebuckelt hat. In der Altersgruppe der 55- bis 59-Jährigen sorgen sie im Schnitt für 16 Ausfalltage im Jahr. Bei den 30- bis 34-Jährigen sind es dagegen lediglich zwei Fehltage.

 Lesen Sie hier die besten Tipps, wie Sie Rückenschmerzen vermeiden können.

 

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