Björndalen fehlt in Südkorea Ruhpolding: Biathlet Rees löst das Olympia-Ticket

Mit vier fehlerfreien Schießeinlagen lieferte Roman Rees mit der Waffe eine perfekte Vorstellung ab und verpasste am Ende seinen ersten Podestplatz nur um 12,8 Sekunden. Damit knackte der 24-Jährige knackte die Olympia-Norm. Foto: dpa

Roman Rees hatte niemand auf dem Zettel. Doch in Ruhpolding erwischt der 24-Jährige einen Sahne-Tag und wird überraschend Vierter. Derweil ist für Altmeister Ole Einar Björndalen der Olympia-Traum geplatzt. Auch ein vorzeitiges Karriereende des großen Norwegers ist möglich.

 

Ruhpolding - Ein deutscher Youngster löste das Olympia-Ticket, für eine Legende aber platzte der Traum endgültig: Während Roman Rees beim Biathlon-Weltcup in Ruhpolding im Einzel über 20 Kilometer völlig überraschend auf den vierten Platz stürmte, erlebte Ole Einar Björndalen die vielleicht größte Enttäuschung seiner einzigartigen Karriere. Der achtmalige Olympiasieger aus Norwegen wurde nur 42. - und wird damit definitiv in Südkorea fehlen.

Der fehlerfreie Rees (SV Schauinsland), der erst in der Vorwoche in Oberhof seinen Saisoneinstand im Weltcup gegeben hatte, feierte indes sein mit Abstand bestes Resultat in der ersten Liga der Skijäger. Er erfüllte damit auch die Norm für den Saisonhöhepunkt in Pyeongchang (9. bis 25. Februar). Mit ein bisschen Glück hätte der 24-Jährige dem Deutschen Skiverband (DSV) sogar noch das erste Podestresultat des Jahres beschert, letztlich fehlten ihm aber 12,8 Sekunden.

So standen andere auf dem "Stockerl", ganz oben Björndalens potenzieller Nachfolger Martin Fourcade. Der französische Dominator feierte trotz einer Strafminute bereits seinen fünften Saisonerfolg. Der 29-Jährige siegte vor dem fehlerfreien Tschechen Ondrej Moravec (+1:01,1 Minuten) und seinem ärgsten Rivalen im Gesamtweltcup, dem Norweger Johannes Thingnes Bö (1/+1:06,3). Dadurch sicherte sich Fourcade gemeinsam mit Bö auch die kleine Kristallkugel für den Sieg im Disziplin-Weltcup.

Schempp von Rees begeistert 

Lokalmatador Simon Schempp (Uhingen/2) war mit seiner Leistung als 13. zwar "zufrieden", das größte Lob aber spendete er natürlich Rees. "Er hat eine astreine Vorstellung im Schießen gezeigt und war schnell in der Loipe. Dann kann es im Einzel auch mal ganz schnell nach vorne gehen", sagte Schempp.

Er selbst knallte direkt den ersten von 20 Schüssen deutlich neben das Ziel. "Das ging natürlich schlecht los, aber ich habe mich danach noch gefangen", sagte Schempp, der dennoch bis zum letzten Anschlag zumindest in Reichweite des Podestes lag. Ein weiterer Fehlschuss verhinderte nach fünf Top-5-Platzierungen in dieser Saison aber einen vorderen Rang.

Dahlmeier startet am Donnerstag

Den hatte auch Peiffer im ungeliebten Klassiker lange Zeit im Blick. Da er aber jeweils stehend einmal daneben schoss, bleibt ein siebter Platz aus dem Jahr 2012 das beste Resultat des 30-Jährigen im längsten Weltcup-Rennen. "Um ganz vorne reinzulaufen", sagte er, "braucht man einen Fehler weniger."

Am Donnerstag greifen die Frauen um die siebenmalige Weltmeisterin Laura Dahlmeier im Einzel über 15 Kilometer an. Nach dem eingefangenen Infekt zum Jahreswechsel sieht sich Dahlmeier mittlerweile "alles in allem wieder im Plan. Meine Form ist aufsteigend", sagte die 24-Jährige der Sport Bild. Im Chiemgau kann sie das dann noch in zwei Rennen beweisen: Neben den Staffeln am Freitag und Samstag finden zum Abschluss am Sonntag noch die Massenstarts statt. In der kommenden Woche steht in Antholz/Italien dann die Olympia-Generalprobe auf dem Programm.

 

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