Bischöfe verteidigen den Zölibat „Glaubwürdig gelebte Hingabe“

Kardinal Reinhard Marx Foto: dpa

„Sind nicht verrückt!“ Mehrere bayerische Bischöfe haben die gegenwärtige Debatte über die verpflichtende Ehelosigkeit für Priester kritisiert. Nicht die Abschaffung sei die Lösung, sondern das Gegenteil.

 

MÜNCHEN/WÜRZBURG Mehrere bayerische Bischöfe haben die gegenwärtige Debatte über die verpflichtende Ehelosigkeit für Priester kritisiert. Der Münchner Kardinal Reinhard Marx rief gestern dazu auf, Priestern und Ordensleuten „nicht ständig einzureden, dass sie verrückt sind, und dass sie es eigentlich nicht hätten tun sollen“. Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann beklagte, die gegenwärtige Zölibatsdebatte stelle alle bisherigen Auseinandersetzungen in den Schatten.

Laut Marx greift die aktuelle Diskussion zu kurz. Es gehe nicht nur um die Frage, „wie bekommen wir mehr Personal“, sondern um die Grundidee, „dem Lebensbeispiel Jesu zu folgen“, um ein „Leben der Ganzhingabe“. Der Kardinal betonte: „Wir brauchen Menschen in unserer Mitte, die sich ganz verschenken und deutlich machen, dass sie Gott mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ihrer ganzen Existenz lieben.“ Für die ganze Kirche gelte, dieses Zeichen „wertzuschätzen, als kostbare Gabe“ zu sehen.

Für den Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann ist die Ehelosigkeit von Priestern kein Manko, sondern ein großer Segen. Nicht die Abschaffung sei die Lösung, sondern das Gegenteil: „Glaubwürdig gelebte Hingabe.“

Auch der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke sagte, eine Behebung des Priestermangels sei nicht durch die Aufhebung der Zölibatsverpflichtung zu erreichen. Vielmehr sei der Priestermangel im Kontext des Mangels an Glauben und Gebetspraxis zu sehen.

 

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