Bio kaufen, Rohkost essen, Stromfresser entsorgen Diese AZ-Tipps helfen: Einfach öko sein – so geht’s

Gemüse ist gesund – wenn Sie es roh genießen, sparen Sie außerdem Energie. Foto: imago

Die Umwelt schonen und dabei Geld sparen: Das ist gar nicht so schwer – und funktioniert manchmal sogar ganz anders, als man denkt.

 

Besser zur PET-Flasche greifen als zur Einweg-Glasflasche? Die Brotzeitbox lieber nicht verwenden? Sich ein neues Auto kaufen? Das soll ökologisch sein?

Kann es! Das zeigt das neue Buch "Einfach öko" von Marcus Franken und Monika Götze, das gerade im Oekom-Verlag erschienen ist. Die beiden Autoren haben mehr als 200 Tipps gesammelt, wie man seinen Alltag umweltfreundlicher gestalten kann.Nicht alle Ratschläge sind so überraschend, wie die am Anfang genannten – nützlich und einfach umzusetzen sind sie jedoch alle.
Und zu handeln ist auch bitter notwendig: In den Industrienationen werden so viele Ressourcen und Energie verbraucht, dass wir derzeit 1,6 Erden bräuchten, um unseren weltweiten Bedarf zu decken. Würden alle Menschen unserem westlichen Lebensstil frönen, wären es sogar drei Erden.

Hier hat die AZ Tipps aus dem Buch "Einfach öko" für Sie zusammengestellt.

Den Energieverbrauch herunterkochen

Ernährung, Strom und Konsum machen 13 beziehungsweise 7 oder 30 Prozent der durchschnittlichen Treibhausgasproduktion jedes Deutschen aus.
Zusammen also ein ganz schöner Berg. Und wo überschneiden sich diese drei Felder besonders häufig? In der Küche. Hier gibt es also besonderes Sparpotenzial.

Wo Bio Sinn macht: Kartoffeln statt Ananas

Bio hat auch in Übersee Vorteile, doch der lange Transportweg relativiert das wieder. Deshalb lohnt sich Bio nicht bei allen Produkten. Ein paar Beispiele:

  • Kartoffeln und Brot: Biokartoffeln verursachen rund drei Prozent weniger Treibhausgase als konventionelle. Bei Brot liegt der Unterschied bei 15 Prozent. Beides sind Lebensmittel, die in Deutschland viel gegessen werden. Deshalb ist es sinnvoll, hier durch Bio-Einkauf Co2 zu sparen.

  • Milchprodukte: Sechs bis zwölf Prozent Co2 spart die biologische Erzeugung von Milchprodukten. Fettarme Produkte haben eine bessere Klimabilanz, weil weniger Treibhausgase produziert werden. Bio hilft!

  • Eier: 20 Prozent weniger Co2 fallen bei Bio-Eiern an. Gegen Salmonellen hilft Bio jedoch nicht.
  • Südfrüchte: Mango, Ananas, Zitronen, sie alle gibt es in Bio-Qualität. Sie werden aber nicht so häufig gegessen, deshalb rentiert es sich eher, bei anderen Produkten (s. Brot) auf Bio zu achten. Außerdem: statt Flugobst besser Ware aus dem Schifftransport nehmen.

Das ist ökologisch? Hätte ich nie gedacht!

Die Welt ist kompliziert – das merkt man auch, wenn man Energie sparen will und der Natur etwas Gutes tun möchte. Denn manchmal liegen die Dinge doch anders, als man sich es gedacht hat. Hier ein paar überraschende Tipps:

Fleisch-Alternativen - Ersatzstoffe im Test:

Das Problem liegt auf der Hand: In Deutschland wird zu viel Fleisch gegessen. Rund 60 Kilo isst der Durchschnittsdeutsche pro Jahr davon. Auf ein ganzes Menschenleben gerechnet landen vier Rinder, 46 Schweine und 945 Hühner in den hiesigen Kochtöpfen. Fürs Klima wäre es optimal, diesen Verbrauch drastisch zu reduzieren: auf 15 bis 20 Kilo.

Doch immer nur Gemüse? Das ist vielen zu wenig, die Industrie wirbt verstärkt mit Fleischersatzprodukten. Doch nicht alle davon sind eine wirkliche Alternative, wenn man ans Klima denkt.

Waschen und heizen – und sparen

Im Haushalt lassen sich Treibhausgase und Geld sparen.

Diese Tipps fürs Waschen sparen bei einem Drei-Personen-Haushalt im Jahr 40 Euro:

  • Besser Kleidung einmal mehr tragen und seltener waschen
  • Sparprogramme nutzen, das spart jedes Mal 16 Cent
  • Kochwäsche meiden, 60 Grad statt Kochwäsche spart die Hälfte Strom
  • Für Feinwäsche und Buntes besser 30 und 40 Grad
  • Dosieren Sie das Waschpulver nach Dreck und Wasserhärtegrad
  • Wer hartnäckige Flecken vorbehandelt, muss nicht die gesamte Wäsche heißer waschen
  • Füllen Sie die Waschmaschine stets richtig voll
  • Wenn Sie einen Trockner nutzen: Vorschleudern in der Waschmaschine spart Energie
  • Reinigen Sie Flusen- und Wärmepumpensiebe, das senkt den Energieverbrauch von Wäschetrocknern.

Heizkosten sparen, so gehts:

  • Heizkörper sollten frei zugänglich sein, also: Gardinen weg! Nasse Wäsche auf die Heizung: besser nicht, das verbraucht viel Heizenergie
  • Kurzes Stoßlüften entsorgt feuchte Luft, ohne dass Wände und Möbel auskühlen. Drei Mal täglich ist ideal! Fenster kippen: sorgt für Schimmel
  • Dichten Sie zugige Fenster und Eingangstüren mit Bändern aus Silikon oder Gummi ab. Die gibt es im Baumarkt
  • Dämmen Sie! Am besten sind alubeschichtete Dämmplatten, um Heizkörpernischen zu isolieren. Aber auch Jalousien und Rollläden nachts zu schließen, hält die Wärme im Raum.

All diese Tipps sparen bis zu 430 Euro im Jahr (bei einem Drei-Personen-Haushalt).

Das Flaschen-ABC: PET oder Glas?

Verpackungen treiben Verbraucher regelmäßig zur Verzweiflung: Denn was ökologisch ist, ist nicht auf den ersten Blick erkennbar und erschließt sich oftmals nicht von selbst. Eine Übersicht:

Wann sich ein Neukauf lohnt

Ökologisch sein bedeutet, auf überflüssigen Konsum möglichst zu verzichten. Es muss nicht immer das Neueste vom Neuen sein, das Alte tut’s doch auch. Oder doch nicht? Bei manchen Dingen lohnt es sich tatsächlich, ein neues Gerät anzuschaffen – nicht nur aus ökonomischer, sondern auch aus ökologischer Sicht.

HAUSHALTSGERÄTE: Kühlschrank, Spülmaschine und Waschmaschine gehören zu den größten Stromfressern im Haushalt. Neuere Modelle sind energieeffizienter als ältere. In der Regel gilt, dass ein Gerät ausgetauscht werden sollte, wenn man es länger als 10 beziehungsweise 15 Jahren genutzt hat. Wer es genau wissen will, kann sich vom Stromversorger ein Messgerät ausleihen. Damit dann den Verbrauch von Wasch- oder Spülprogrammen messen und hochrechnen. Beim Kühlschrank hilft der „Kühlcheck“ von co2online.de.

PKW: Einen Neuwagen anzuschaffen, lohnt sich ökologisch dann, wenn die Spriteinsparungen des neuen Wagens die Herstellungskosten dieses Pkw ausgleichen. Das kann dauern. Für den Einzelnen ist wichtig zu beachten: Fahre ich viel oder wenig? Wer viel fährt, der hat die Herstellungskosten viel schneller wieder durch Spritersparnis ausgeglichen als jemand, dessen Auto vor allem in der Garage steht.

LAMPEN: Glühbirnen daheim weiterzunutzen ist finanziell und ökologisch keine gute Idee. LED-Lampen (11 Watt) sparen pro Jahr als Ersatz für eine 75-Watt-Glühbirne rund 20 Euro Stromkosten. Effekt für die Umwelt: Eingespart werden 37 kg Co2.

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