Bilder vom Konzert Bryan Ferry auf dem Tollwood

Bryan Ferry auf dem Tollwood - Die Bilder Foto: Wackerbauer

Alte Schinken, neu aufgelegt: Bryan Ferry (67) gefällt mit seiner Big Band auf dem Tollwood.

 

München - Der Meister lässt auf sich warten. Ehe Bryan Ferry die Bühne betritt, stimmt seine 15-köpfige Begleitung das Publikum ein auf das, was kommt. Gestopft quietschende Trompeten und Posaunen verkünden vom ersten Moment an: Wer ein Rockkonzert erwartet, ist hier falsch. Das hier klingt wie der Soundtrack der Stummfilmklamauk-Serie „Väter der Klamotte“. Und Ferry, der nach zehn Minuten stilecht im schwarzen Anzug hinzustößt, ähnelt einem Udo Jürgens ohne Bademantel und swingt bemüht und ein wenig hüftsteif wie der Peter Frankenfeld des New Wave.

Für Roxy-Music-Fans mag es befremdlich sein, „Love Is The Drug“ ohne Schlagzeug und stattdessen mit Fünf-Mann-Bläserchor um die Ohren getutet zu bekommen. Aber die Skepsis verliert sich bald: Die hohe Qualität der Musiker lässt die Inszenierung überzeugend wirken. Gitarre und Drums stoßen hinzu. Die Akustik in der fast ausverkauften Musik-Arena, die in Wirklichkeit ja bloß ein großes Zelt ist, verblüfft.

Ferry und seine Big Band bedienen sich bei Kollegen wie Amy Winehouse („Back To Black“) oder Dylan („Knocking On Heaven’s Door“). Der softe Dandy, 67 schon, spielt hinreißend Mundharmonika und singt Gänsehaut aufs Publikum: Dort rockt auch Fürstin Gloria von Thurn und Taxis mit dem „Jealous Guy“. Bei „Let’s Stick Together“ bebt das Zelt. Ein denkwürdiger Abend.

 

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