Bilanz der Münchner Polizei Anzeigen und Verletzte bei Pegida-Demo am Odeonsplatz

Eine Sitzblockade am Oskar-von-Miller-Ring sorgte für einen Umweg des Pegida-Zugs. Foto: Daniel von Loeper

Mehrere Leichtverletzte sowie einige Anzeigen bilanziert die Münchner Polizei nach der Pegida-Kundgebung am Montagabend. Zu den befürchteten größeren Auseinandersetzungen ist es jedoch nicht gekommen.

 

München - Im Vorfeld sprach die Polizei von einem "kitzligen Einsatz" – nach der Münchner Terror-Warnung und den Sex-Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht waren die Einsatzkräfte auf mögliche Konflikte zwischen Pegida und Gegendemonstranten vorbereitet. Insgesamt 500 Polizisten waren in der Münchner Altstadt vor Ort, allerdings ist es am Montagabend weitesgehend ruhig geblieben.

Das Münchner Polizeipräsidium spricht am Tag nach der Demo von etwa 400 Pegida-Anhängern, die auf rund 600 Gegendemonstranten trafen. Seitens der Gegendemo-Veranstalter war am Montagabend zeitweise von über 1500 Pegida-Gegnern die Rede.

Anzeigen wegen Körperverletzung

Laut Polizei gab es im Rahmen der Versammlungen insgesamt fünf Festnahmen und acht Anzeigen, unter anderem wegen Schutzbewaffnung, Körperverletzung und Beleidigung. Mehrere Personen wurden leicht verletzt, darunter drei Polizisten und einige Gegendemonstranten.

Erste Veranstaltung am Sendlinger Tor

Die ersten Pegida-Gegner trafen sich gegen 18:05 Uhr am Sendlinger-Tor-Platz, die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl hier auf etwa 150 Personen. Später zogen diese dann zum Odeonsplatz, um sich den Teilnehmern des Bündnisses "München ist bunt" anzuschließen – laut Polizei liefen hier in der Spitze 250 Menschen mit. Die gesamte Versammlung verlief ohne Störungen.

Gegendemonstranten treffen sich am Odeonsplatz

Der Verein "München ist bunt" traf sich gegen 18:30 Uhr am Odeonsplatz, um vor der Feldherrnhalle gegen Pegida zu demonstrieren. Die Polizei sperrte das Areal vor der Feldherrnhalle mit Gittern ab, im Inneren befanden sich die Pegida-Anhänger, deren Kundgebung um 19:00 Uhr startete.

Pegida-Zug wegen Sitzblockade umgeleitet

Gegen 20:15 Uhr, mit etwa einer halben Stunde Verspätung, fand dann der "Spaziergang" von Pegida statt. Etwa 100 Gegendemonstranten befanden sich zu dieser Zeit schon am Platz der Opfer des Nationalsozialismus und starteten eine Sitzblockade.

Hier gibt's den Newsblog zur Pegida-Demo zum Nachlesen

Die Polizei leitete den Pegida-Zug deswegen um, die neue Route führte über den Salvatorplatz über die Kardinal-Faulhaber-Straße. Gegen 20:40 Uhr waren die Pegida-Teilnehmer wieder am Odeonsplatz angekommen, nach der Abschlusskundgebung wurde die Versammlung um 21:15 Uhr offiziell beendet.

Zwischenfälle bei der Sitzblockade

Nachdem die Demonstranten in der Sitzblockade bemerkt hatten, dass die Polizei den Zug umleitete, versuchten einige Personen aufzustehen und zu den Pegida-Anhängern zu laufen. Da hatte die Polizei die etwa 100 Personen aber schon eingekesselt, in der Folge wurden die Gegendemonstranten zurückgedrängt. Laut Polizei stolperten "einige Demonstranten über andere und verletzten sich leicht". Beamte waren bei dem Vorfall nicht beteiligt.

 

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