Bezieht er Stellung? Mark Forster: Man kann als Künstler nicht "gänzlich unpolitisch" sein

Mark Forster wurde am Freitag mit dem Bambi ausgezeichnet Foto: imago/Gartner

Wenn man den Namen Mark Forster hört, denkt man an schöne Pop-Songs, aber nicht unbedingt an Politik. Jetzt äußert es sich dazu, warum er bislang sich noch nicht positioniert hat und wird dabei zwangsweise ein wenig politisch...

In politischen Zeiten werden gerade auch Künstler immer mehr gefordert, klar Stellung zu beziehen. Mark Forster (34, "Chöre") hat dies bisher nicht getan - aber warum eigentlich? Im Interview mit dem "Spiegel" erklärt er nun, dass er das Problem durchaus sehe. "Man kann nicht mehr gänzlich unpolitisch als Künstler sein. Ich finde es aber auch schwierig, jeden zur Politik zu zwingen. Nun bin ich nicht jeder, das sehe ich auch ein. Aber ich frage mich ganz oft: Was ist es denn eigentlich, was ich nicht mache?"

"So ist meine Haltung zur Welt, einfach offen"

So sei er schließlich selbst halber Pole und habe bei "Sing meinen Song" auch ein polnisches Weihnachtslied gesungen, erzählt er weiter. Für sein neues Album sei er extra nach Uganda gereist. "So ist meine Haltung zur Welt, einfach offen", erklärt der Sänger.

Auch im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news berichtet Forster von seiner Reise nach Afrika: "Ich habe schon immer eine große Liebe für Chöre. Auf Netflix habe ich dann zufällig eine Dokumentation über den ,African Children's Choir' angeschaut. Genau nach solch einem Chor hatte ich lange gesucht. Am nächsten Tag habe ich eine E-Mail geschrieben und wenige Wochen später war ich schon in Uganda."

Einen politischen Song möchte Forster derzeit allerdings nicht aufnehmen, wie er dem "Spiegel" weiter erzählt: "Ich habe keinen Song, der sich um ein politisches Thema dreht, so wie bei Udo Lindenberg, das habe ich noch nicht gemacht. Ich habe Angst, dass, wenn ich so ein Lied jetzt schreiben würde, es auch wieder nicht richtig wirken würde."

So wirklich scheint Forster es aber auch nicht auszuschließen. "Dass Wahrheit keine Rolle mehr spielt in so vielen Facetten unserer Gesellschaft, das ist das Schlimmste", erklärt der 34-Jährige. "Ich möchte an den Punkt kommen, dass klar ist, wo ich stehe. Und ich suche nach einem Weg, wie ich das klären kann."

 

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