Bewusstloses Opfer gegen den Kopf getreten Fast fünf Jahre Haft: S-Bahn-Schläger (20) verurteilt

Obwohl es bereits bewusstlos auf dem Boden lag, trat der 20-Jährige Täter noch auf sein Opfer ein. Foto: dpa

Für seine brutale Attacke am Bahnhof Taufkirchen geht ein brutaler Schläger fast fünf Jahre in Haft.

Taufkirchen - Er hat sein bewusstloses Opfer in Fußballermanier gegen den Kopf getreten. Für die Jugendkammer des Landgerichts erfüllt Carlo B. (20) damit den Tatbestand des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung. Die Richter verurteilten den jungen Mann deshalb zu einer Jugendstrafe von vier Jahren und neun Monaten.

Der 20-Jährige ist eine tickende Zeitbombe. Der Vorsitzende Richter Stephan Kirchinger erklärte in seiner Urteilsbegründung, dass man jetzt auf den Verurteilten einwirken müsse. Carlo B. fehle jegliches Mitgefühl für seine Mitmenschen. Das müsse er lernen - und das brauche viel Zeit. Damit sich blutige Szenen wie am frühen Morgen des 28. August 2016 nicht wiederholen.

Der damals 18-Jährige hatte einen Wanderer (44) auf dem Bahnsteig gegenüber übelst beleidigt. So lange und so intensiv, dass dem Mann der Kragen platzte und er die Gleise überquerte, um auf Carlo B. einzuschlagen.

Täter wollte sich mit Notwehr herausreden

Der Bruder von Carlo B. zog den Mann von der Bahnsteigkante weg. Dabei stürzte der Wanderer. Carlo B. nutzte die Gelegenheit und trat drei Mal zu. Das Opfer lag danach regungslos auf dem Rücken.

Carlo B. trat den bewusstlosen Mann trotzdem noch mal gegen den Kopf. Dass das Opfer danach überhaupt noch aufstehen konnte, war allein glücklichen Umständen zu verdanken.

Der vorbestrafte 20-Jährige gab zum Auftakt des Prozesses die Tat zu, wollte sich aber mit Notwehr herausreden. Das nahm ihm das Gericht nicht ab.

 

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