Betten werden knapp Grippewelle legt Bayerns Krankenhäuser lahm

Seit mehreren Wochen steigen die Fallzahlen – nun werden in den ersten bayerischen Kliniken die Betten knapp.

München - Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Schüttelfrost: Immer mehr Menschen in Bayern haben derzeit mit diesen Symptomen zu kämpfen. Denn durch den Freistaat rollt schon seit mehreren Wochen die Grippewelle – und ausgestanden ist die noch lange nicht. 9.258 Fälle der auch als Influenza bekannten Krankheit sind in der aktuellen Saison seit Oktober vergangenen Jahres in Bayern gemeldet worden. Zwölf Menschen sind in Bayern im selben Zeitraum bereits an der Grippe verstorben.

Wegen der anhaltend hohen Fallzahlen stoßen nun auch die ersten Kliniken an ihre Grenzen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, sind vor allem Krankenhäuser in Niederbayern sowie in der Oberpfalz betroffen. Einzelne Einrichtungen mussten sich zeitweise bei den Rettungsdiensten abmelden, weil sie keine weiteren Patienten mehr aufnehmen konnten. Im Klinikum Passau beispielsweise mussten im Haus andere Zimmer für Grippepatienten genutzt werden, nachdem die Infektionsstation mit 16 Betten voll war. 45 Influenza-Patienten werden derzeit in Passau behandelt. Dazu kämmen, laut Aussagen von Chefarzt Matthias Wettstein noch einmal doppelt so viele ambulante Fälle. Auch das Klinikum St. Marien in Amberg berichtet von 20 bis 25 Grippepatienten am Tag.

Impfung gegen Influenza-Viren noch sinnvoll

Angesichts der steigenden Fallzahlen rät Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU): "Vor dem Hintergrund der ohnehin stark in Anspruch genommenen Notaufnahmen in den Kliniken sollten sich Erkrankte zunächst an ihren Hausarzt, den Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns oder eine ambulante Bereitschaftspraxis wenden." Auch weist die Ministerin darauf hin, dass eine Impfung gegen Influenza-Viren auch jetzt noch sinnvoll sein kann: "Schützen sollten sich auf diese Weise vor allem ältere Menschen ab 60 Jahren, Schwangere und chronisch Kranke", so Huml. Die Impfung sollte dabei jedes Jahr neu aufgefrischt werden, da der Impfstoff regelmäßig neu zusammengesetzt wird, um den jeweils aktuellen Grippeviren zu begegnen.

Der drastische Anstieg der Fallzahlen in dieser Saison ist wohl auf die sogenannten Influenza B-Viren zurückzuführen. Diese Viren der Yamagata-Linie sind resistent gegen den Dreifach-Impfstoff. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), sich mit dem Vierfach-Impfstoff zu schützen.

Unter der Grippewelle leiden auch die Unternehmen im Freistaat. So meldete die Bahn in der vergangenen Woche, dass es derzeit aufgrund des hohen Krankenstands unter den Lokführern häufiger zu Zugausfällen kommt. Betroffen davon war auch die S-Bahn in München. "Die Kollegen versuchen alles, um Zugausfälle zu vermeiden", teilte das Unternehmen mit. So würden Schichten getauscht und Lokführer gebeten, ihren Urlaub zu unterbrechen.

 

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