Betrunkener fällt am Isartor ins Gleis Zeuge rettet ihm das Leben und verschwindet

Am Isartor fiel ein 37-Jähriger ins Gleisbett - ein Scutzengel rettet ihm das Leben und verschwand. Foto: AZ

Ein Unbekannter rettet am Bahnhof Isartor einen Mann, der betrunken ins Gleis fällt. Wer ist der unbekannte Schutzengel?

 

Altstadt - So etwas nennt man stille Größe: Da rettet einer einem Menschen das Leben – und verschwindet dann, als sei es das Selbstverständlichste von der Welt, ohne den Ruhm für seine Heldentat einzuheimsen.

Doch alles schön der Reihe nach: Ein 37-Jähriger wankt am frühen Sonntagmorgen gegen 6.15 Uhr den Bahnsteig zwei der Haltestelle Isartor entlang. Der Mann hat knapp zwei Promille und kann sich nur mehr mit Mühe auf den Beinen halten.

Die Aufnahme der automatischen Überwachungskamera zeigt, wie er von einer Bank aufsteht und in Richtung Ausgang wankt. Der Mann kommt dabei immer wieder gefährlich nahe an die Bahnsteigkante heran.

Plötzlich tritt sein Fuß ins Leere, er stürzt, schlägt der Länge nach ins Gleis. „Dabei kam er offensichtlich zwischen Schienenstrang und Rettungsnische unter der Bahnsteigkante zum Liegen“, berichtet Wolfgang Hauner, Sprecher der Bundespolizei.

Der 37-Jährige ist zu betrunken, um sich aus eigener Kraft wieder auf die Beine zu rappeln. Gleichzeitig fährt eine S1, vom Rosenheimer Platz kommend, in den S-Bahnhof Isartor ein. Das Todesurteil für den Betrunkenen im Gleis scheint besiegelt.

Doch plötzlich taucht ein Unbekannter auf, ein Retter in der Not. Der Zeuge erkennt sofort die Gefahr. Er zögert nicht. Der Mann warnt den S-Bahnlokführer, schreit und winkt mit beiden Armen.

Der Lokführer versteht die Warnung und zieht sofort die Notbremse. Metall schießt kreischend über Metall, die Räder blockieren. Doch die tonnenschwere S-Bahn schiebt sich unaufhaltsam vorwärts.

Der Zug kommt nicht mehr rechtzeitig vor dem 37-Jährigen im Gleis zu stehen. Die Räder walzen an ihm vorbei, verfehlen den Mann aus Thalkirchen aber um wenige Zentimeter.

Der Lokführer springt aus der S-Bahn. Er und zwei Passanten helfen dem 37-Jährigen aus dem Gleisbereich. Der Thalkirchner hat wie durch ein Wunder nur eine Schürfwunde am Kopf sowie ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Zur weiteren Beobachtung kommt er in eine Klinik.

„Das Verhalten und die schnelle Reaktion des unbekannten Zeugen waren vorbildlich“, lobt Wolfgang Hauner. Die Bundespolizei sucht den bescheidenen Schutzengel, um ihm zu danken.

 

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