Betrugsprozess 75-Jähriger verspricht: Fester Job für 25000 Euro

Der mutmaßliche Betrüger Hans K. verlässt das Justizzentrum. Foto: jot

Betrug: Ein 75-Jähriger verspricht Arbeitslosen Arbeit aber nur wenn sie Aktien seiner Schein-Firma kaufen. Doch nach Verlesung der Anklage war erst einmal Schluss.

 

München – Ein älterer Herr mit schlohweissen Haaren, der helle Anzug sitzt perfekt. Ein Mann, der was auf sich hält – und der Vertrauen einflößt. Doch Hans K. (75, Name geändert) ist ein gewiefter Betrüger, sagt die Staatsanwaltschaft. Seine Methode: Er bot Arbeitslosen einen festen Job gegen Beteiligung an seiner Aktiengesellschaft an. Sowohl Job als auch Aktien erwiesen sich laut Anklage aber als Luftnummern. Der Schaden: 386 000 Euro.

Seit fünf Jahren ist Hans K. vermögens- und einkommenslos. Was ihn nicht daran gehindert habe, im Oktober 2012 eine Aktiengesellschaft zu gründen, die angeblich mit 250 000 Euro Grundkapital ausgestattet war. Das „Unternehmen“ sollte mit Waren aller Art handeln, Ladenbau und Medizintechnik anbieten. Was es aber nie tat.

Stattdessen fing Hans K. an, gezielt Arbeitslose anzusprechen. Wer sich an der Firma beteilige, dürfe mit einem festen Job rechnen. Harry T. glaubte ihm und zahlte 25000 Euro. Doch er bekam weder Arbeit, noch Aktien dafür.
Nach der einstündigen Verlesung der Anklage war am Mittwoch erst einmal wieder Schluss. Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass man zur Einschätzung seines gesundheitlichen Zustandes besser auf die Genesung der verletzten Landgerichtsärztin warten solle. Hans K. soll an dementiellen Problemen leiden.

Am 9. Juni wird das Verfahren fortgesetzt. Dann bekommt Hans K. Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. Ursprünglich sollte am 29. Juni bereits ein Urteil gesprochen werden. Jetzt wird sich das Verfahren aber bis weit in den Juli erstrecken.

 

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