Betrug mit Porsche und BMW Bande erbeutet Millionen mit Fake-Autohäusern

Die mutmaßlichen Betrüger wurden festgenommen. Foto: Daniel Reinhardt/Illustration/dpa

Eine Bande erbeutet mit gefakten Autohäusern im Internet eine Million Euro. Beim Geldtransfer hilft ein Postler aus München

München - Die Internetseiten der Autohäuser waren sehr professionell aufgemacht, die Betrüger hatten dafür eine Mediendesignerin engagiert. Doch hinter den vermeintlichen Anbietern von Autos steckte eine Betrügerbande. Insgesamt etwa eine Million Euro sollen die Beschuldigten mit ihrer Betrugsmasche abgezockt haben.

In dieser Woche nahmen die Staatsanwaltschaft München I und die Polizei insgesamt fünf Verdächtige in Hessen, Sachsen und Bayern fest.

Mindestens 20 falsche Identitäten

Der Kopf der Bande, ein 39-jähriger Mann, lebte nach Erkenntnissen der Ermittler in Hessen. Seit. Februar 2016 soll er Scheinautohäuser – sogenannte Internet-Fakeshops – ins Internet gestellt haben. Tatsächlich existierten die Autohäuser nie. Den Betrügern ging es nur darum, Geld zu machen. Sie eröffneten unter falschen Vorgaben Bankkonten, benutzten gefälschte Überweisungsaufträge und gefälschte Kreditanträge eine fortlaufende Einnahmequelle verschafft.

Seit Dezember 2016 soll seine Lebensgefährtin mit in das lukrative Geschäft eingestiegen sein. Das Pärchen agierte arbeitsteilig. Oberstaatsanwältin Anne Leiding: "Die beiden traten unter mindestens 20 falschen beziehungsweise gestohlenen Identitäten auf, eröffneten unter diesen falschen Personalien rund 200 Bankkonten, schlossen rund 80 Mobilfunkverträge ab und boten in etwa 30 eigens geschaffenen Scheinautohäusern über Online-Verkaufsportale und eigene Websites hochpreisige Autos (BMW, Audi, Porsche und andere) zum Verkauf an, wobei sie die Käufer in mindestens 27 Fällen zu Anzahlungen teils im fünfstelligen Bereich veranlassten."

Ein Postler aus München als Komplize

In einer Post-Filiale in München hatte das Paar ab März 2017 noch einen weiteren Komplizen: Er soll dem Betrügerpaar in rund 70 Fällen geholfen haben, im Rahmen des Postident-Verfahren Bankkonten zu eröffnen und Mobilfunkverträge abzuschließen. Dafür legte er gefälschte oder gestohlene Personaldokumente vor. Der Post-Angestellte bekam für seine Mithilfe als Entlohnung Geld und Sachwerte.

Die vierte im Bunde ist laut Staatsanwaltschaft eine 41-jährige Frau. Die Mediendesignerin erstellte und verwaltete seit Januar 2018 Logos und Designs der eigens für die Betrugstaten konstruierten Scheinautohäuser. Die Ermittler sind sich sicher, dass die 41-Jährige wusste, was ihre Bekannten trieben. Auch sie bekam Geld und Gegenstände entlohnt. Der fünfte Beschuldigte soll laut Staatsanwaltschaft geholfen haben, die Herkunft des vielen Geldes zu verschleiern. Gegen den Mann wird wegen des Verdachtes der Geldwäsche ermittelt.

Alle fünf Verdächtigen sitzen in U-Haft

Am Mittwoch war für alle fünf Verdächtigen Schluss mit dem lukrativen Geschäft. Die Staatsanwaltschaft und das Kommissariat 76 (Betrug, E-Commerce) durchsuchte in allen drei Bundesländern Wohnungen und Büros der drei Männer und zwei Frauen und nahm alle fest. Alle fünf sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.

Weitere Details zum Vorgehen der Betrügerbande wollen die Ermittler am Freitag bekanntgeben.

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