Best-of-seven-Serie EHC München: Härte schlägt Müdigkeit

Der EHC München ist wieder da und gleicht aus. Foto: dpa

Der EHC München setzt sich in Spiel 2 der Halbfinalserie bei den Eisbären Berlin durch und gleicht zum 1:1 aus. Pinizzotto mit Comeback.

 

München - Das Red-Bull-Imperium schlägt zurück! Zwei Tage nach der bitteren Heimpleite (2:3 nach Verlängerung) des EHC Red Bull München gegen die Eisbären Berlin zum Auftakt des Halbfinales setzte sich der Meister und Hauptrunden-Primus im Eisbären-Gehege mit 2:1 durch und glich somit in der Best-of-seven-Serie zum 1:1 aus. Spiel drei steigt am Dienstag, dann wieder in München (19.30 Uhr). "Es war ein typisches Playoff-Spiel mit viel Härte. Wir wussten, dass die Berliner ein bisschen müde sein werden. Durch unsere Niederlage zu Hause hatten die Eisbären das Momentum, jetzt haben wir zurückgeschlagen", analysierte EHC-Stürmer Steve Pinizzotto nach der Partie.

Pinizzotto? Ja, der Stürmer gab nach wochenlanger Verletzungspause sein Comeback – und das gefürchtete Liga-Raubein avancierte mit seiner Härte, seiner Aggressivität, seiner Provokationskunst zum Spieler der Partie. "Er hat ein Element ins Spiel gebracht, das die Münchner zuvor nicht hatten: die Härte", sagte Ex-Nationalspieler Rick Goldmann, der als Experte bei Sport.1 arbeitet: "Für mich hat er mit seinen Aktionen die Partie gedreht."

Weckruf für den EHC wurde gehört

Die Aktionen brachten ihm sechs Strafminuten ein, doch er sorgte für den Weckruf für den EHC, der im ersten Drittel eher lethargisch wirkte und zu Recht durch Julian Talbots Treffer in Rückstand geraten war (9.). "Wir müssen ein Tor erzielen, damit die Eisbären merken, dass sie eigentlich müde sind", erklärte Münchens Assistenz-Coach Toni Söderholm in der Drittelpause. Schließlich hatten die Eisbären fünf Spiele mehr bestreiten müssen als die EHCler, um ins Halbfinale einzuziehen, waren dabei vier Mal in die Verlängerung gegangen. Pinizzotto war es, der mit seinem Einsatz und seiner physischen Präsenz den Ausgleich von Keith Aucoin vorbereitete. Erst blockte er seinen Gegner vor dem Tor aus, dann versperrte er Goalie Petri Vehanen die Sicht bei Aucoins Schuss (28.). "Der Ausgleich war verdammt wichtig", sagte Stürmer Frank Mauer, "wir müssen ihnen unser Spiel aufzwingen, müssen schnell und aggressiv sein. Die Berliner müssen ja müde sein."

Einer geht noch, einer geht noch nei? Ja, zwei Minuten später gab es wieder Anlass zum Jubel für die Münchner, die die Kontrolle über das Spiel übernommen hatten: Jason Jaffray traf per Abstauber zur Münchner Führung. Die gaben sie nicht mehr ab. Der EHC dominierte Spiel und Gegner, brachte den Sieg nach Hause. Auch dank Pinizzotto, der vom Sender Sport.1 zum Spieler der Partie gekürt wurde. "Es sind jetzt Playoffs, da bin ich sehr gut", sagte der Stürmer, der unter der Saison zuweilen erschreckend lustlos agiert. Aber in den Playoffs ist er wieder da, der harte Hund, der dafür sorgte, dass die Härte die Müdigkeit schlägt.

 

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