Beschwerde in Trudering Streit um Kolonialstraßen

Das Forum wünscht sich, dass die Straßen umbenannt werden. Foto: Panafrikanismusforum

Nachfahren der Opfer des deutschen Völkermords in Namibia fordern die Stadt München auf, Kolonialstraßen umzubenennen.

 

Trudering - Das "Panafrikanismusforum" stellt die alten Kolonialstraßennamen in Trudering zur Diskussion und wünscht sich neue Straßennamen. Die Forderung: "Die Nachfahren der Opfer des deutschen Völkermords in Namibia fordern die Stadt München auf, Kolonialstraßen umzubenennen!"

Hier schreibt das "Panafrikanismusforum":

Nach der erfolgreichen Durchführung des vierten Panafrikanismus Kongresses am 18.10. & 19.10. 2013 fanden sich heute um 11 Uhr im „Kolonialviertel“, Stadtbezirk Trudering, mehrere Menschen zusammen, um gemeinsam der Opfer des deutschen Kolonialismus aus dem Südlichen Afrika zu gedenken. Neben den zwei Vertretungen aus dem namibischen Parlament, die als Gäste am Panafrikanismus Kongress teilgenommen hatten, waren bei dem Zeremoniell eine Vertreterin der Stadt München und zivilgesellschaftliche Initiativen anwesend. Die gemeinsame Blumenniederlegung an der Hererostraße Ecke Waterbergstraße 105 Jahre nach dem Völkermord war ein symbolischer Akt gegen das Vergessen der Verbrechen an den Hereros und Nama durch die deutsche Kolonialmacht. Hr. Usutuaije Maamberua, Mitglied im Parlament der Republik Namibia und Vorsitzender von SWANU, der Südwestafrikanischen Nationalunion, und Fr. Ida Hoffmann, Mitglied im Zentralkomitee der Partei SWAPO South West Africa People's Organization und Vorsitzende des „Nama Technical Committee“ überreichten Stadträtin Fr. Gülseren Demirel zwei Straßenschilder mit Namensvorschlägen (Miriam-Makeba-Str. & Cornelius-Fredericks-Straße). Die Übergabe an die Vertretung des Oberbürgermeisters der LH München war mit dem Appell verbunden, Straßennamen in Verbindung mit Kolonialverbrechen umzubenennen. Hr. Usutuaije Maamberua unterstrich in seiner Rede, dass der Vernichtungsfeldzug von General von Trotha einem Kriegsverbrechen gegen die Menschlichkeit gleichkäme, das durch die fehlende offizielle Anerkennung als Völkermord von deutscher Regierungsseite noch nicht gesühnt sei. Neben von Trotha zog Fr. Ida Hoffmann die damalige deutsche Reichsregierung in die Verantwortung, die dieses Verbrechen angeordnet, zugelassen und begangen hatte. Die Bevölkerung der Herero und Nama warten bis heute auf eine offizielle Entschuldigung seitens der deutschen Regierung. 80% der Herero und 60% der Namabevölkerung wurden während der Vernichtungskriege durch die deutsche koloniale Besatzungsmacht ausgelöscht. Mehrere weitere Rednerinnen und Redner hielten zur Erinnerung am Massenmord an Teilen der namibischen Zivilbevölkerung, dessen Auswirkungen bis in die Gegenwart spürbar sind, eine Gedenkrede.

 

 

 

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