Beschluss im Stadtrat: Bald blitzt's auch im Petueltunnel

Wird in Sachen Sicherheit aufgerüstet – auch mit einer Radaranlage: Der 2002 eröffnete Petueltunnel. Foto: imago

Innenminister Herrmann genehmigt den Einbau einer Tempo-Überwachungsanlage – und kassiert die Einnahmen. 

 

MÜNCHEN - Erst der (unsichtbare) Infrarot-Blitz – dann die Quittung in Form von Bußgeld oder gar Führerscheinentzug: Was beim Richard-Strauss-Tunnel seit seiner Eröffnung im Juli 2009 Alltag ist, soll so bald wie möglich auch im Petueltunnel Einzug halten: eine moderne Tempoüberwachungs-Anlage.

Jetzt bringt der Stadtrat das Projekt auf den Weg. Schon im Februar dieses Jahres wurde erstmals im Bauauschuss des Stadtrats über die Überwachung diskutiert. Allerdings wurde das Thema vertagt, weil die CSU-Fraktion Stellungnahmen von Polizei und Kreisverwaltungsreferat (KVR) beantragt hatte.

Beide liegen mittlerweile vor – und beide sprechen sich für eine Blitz-Anlage aus. Das KVR stützt sich dabei auf eine Risikoanalyse des Baureferats, in der einer „Geschwindigkeitsüberwachungsanlage” eine hohe Priorität zugesprochen wird. Ein KVR-Sprecher betont, durch die Blitzer würde „die Verkehrssicherheit im Petueltunnel wesentlich erhöht”. Aus dem Polizeipräsidium kam die Nachricht, dass Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die Blitzer im Tunnel genehmigt hat.

Wie im Richard-Strauss-Tunnel hat die Stadt auch im Petueltunnel nichts mit der Anlage zu tun: Sie wird vom Freistaat „auf eigene Kosten errichtet und betrieben”. Sprich: Auch die Bußgeld-Einnahmen gehen ans Innenministerium.

Obwohl der Petueltunnel erst 2002 eröffnet wurde, sind die Blitz-Kameras nur ein kleiner Teil der inzwischen nötigen Sicherheits-Nachrüstung. Den Rest zahlt allerdings die Stadt. Zum Beispiel rund 600000 Euro für eine bessere Lüftung im Fall eines Brandes. Oder 1,3 Millionen Euro für die Installation von Wechselverkehrszeichen in LED-Technik.

Neue Schrankenanlagen nach aktuellen Sicherheitsstandards schlagen mit 460000 Euro zu Buche, 2,3 Millionen Euro kosten neue, nicht brennbare „Fluchtweg-Kennzeichen”. Und 870000 Euro die neue zentrale Leittechnik.

Insgesamt wird der Tunnel im Norden für rund zehn Millionen Euro auf den aktuellen Stand gebracht. 

 

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