Beschäftigungsaffäre Claudia Jung: Sängerin im Landtags-Sumpf

Hat als Abgeordnete ihren Stiefsohn beschäftigt: Die Sängerin Claudia Jung mit ihrem Mann Hans Singer. Foto: dpa

Claudia Jung von den Freien Wählern hat ihren Stiefsohn in ihrem Abgeordnetenbüro fünf Monate beschäftigt.

 

München - „Ich wäre beinahe vor Schreck an die Leitplanke gefahren“, sagt Claudia Jung zur AZ. Im Autoradio hatte sie gehört, dass Harald Güller, der parlamentarische Geschäftsführer der SPD im Landtag, 2009 für zwei Monate den Sohn seiner Frau aus erster Ehe angestellt und aus öffentlichen Mitteln bezahlt hatte. Das war rechtswidrig. Denn der Stiefsohn ist rechtlich sein Schwager und damit Verwandter ersten Grades. Auch die Sängerin und Abgeordnete der Freien Wähler hat ihren Stiefsohn beschäftigt.

Sofort schrieb sie an Landtagspräsidentin Stamm, um „vorsorglich mitzuteilen“, dass sie im vergangenen Jahr den Sohn ihres Mannes aus einer „früheren nichtehelichen Beziehung“ fünf Monate von August bis Dezember beschäftigt habe. Für die Umstrukturierung ihrer digitalen Datenbank zahlte sie dem 26-jährigen Studenten insgesamt 2074 Euro.

„War das auch ein Verstoß gegen die Richtlinien?“, fragte sie im Landtag nach. Denn ihr Mann sei mit der Mutter seines Sohnes nicht verheiratet gewesen. Antwort hat sie noch keine. Jung hofft aber, mit einem blauen Auge davonzukommen. Weil ihre Abrechnung wegen eines anderen Formfehlers noch nicht gültig sei. „Natürlich werde ich den Betrag sofort zurückzahlen“, sagt sie.

Gegen SPD-Mann Güller ermittelt die Staatsanwaltschaft.

 

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