Berlinale: "Third Side of the River" Rebellion eines Anti-Machos

In "The Third Side of the River" rebelliert Nicolas (Alián Devetac) gegen seinen polygamen Vater. | Foto: Tresmilmundos Cine Berlinale2014

Mit "The Third Side of the River" zeichnet Celina Murga ein Vater-Sohn-Drama - und das ist durchaus bärenwürdig

Inhalt: Der Vater (Daniel Veronese, Typ Robert Duvall) ist Arzt, die  Schwester eine zart vor sich Hinpubertierende und der kleine Bruder ein verspielter Lockenkopf. Eigentlich eine ziemlich normale, argentinische Familie, doch der älteste Sohn Nicolas hat großen Herzschmerz. Nicht wegen eines Mädchens, sondern wegen seines patriarchalischen Vaters, der immer wieder zu seiner zweiten Familie fährt, die auch noch finanziell besser gestellt ist. Als Nicolas (Alian Devetac), der sich für seinen gemobbten Halbbruder in der Schule einsetzt, Verantwortung für die Ranch seines Vaters übernehmen soll, wagt er die Rebellion.

Kritik: Celina Murga hinterfragt in ihrem von Martin Scorsese geförderten Vater-Sohn-Drama die konservative Macho-Gesellschaft in der argentinischen Provinz. Nicolas soll seinem Papa nachfolgen, Arzt werden, jagen gehen, Mädchen aufreißen, ein „Mann“ werden. Dass er eigentlich ein sensibler, verletzlicher Junge ist, der an der Polygamie seines Übervaters fast zerbricht und auch sonst nicht genau weiß, was er tut,  arbeitet die Regisseurin überzeugend heraus. Starke Darsteller und ein genauer Blick für das Milieu machen „The Third Side of the River“ trotz eines vorhersehbaren Schlusskapitels zu einem durchaus Bären würdigen Wettbewerbsbeitrag.

 

 

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