Berlinale: "The little House" Bärengefährliches Liebesdrama

Mit "The Little House" liefert der 82-jährige Regisseur Yoji Yamada ein berührendes Meisterstück. Im Foto ist Takako Matsu zu sehen. Foto: Haru Kuroki Berlinale

 

Yoji Yamadas Film "The Little House" ist eine wunderbar delikate Liebesgeschichte

Inhalt: Bei der Haushaltsauflösung der im hohen Alter verstorbenen Taki, erinnert sich ihr Neffe an ihre Tagebücher, die er in den letzten Jahren immer wieder korrigiert hatte. In Rückblenden enthüllt sich die unerfüllte Liebe des ehemaligen Hausmädchens zu einem sensiblen Kunsthochschulabsolventen, der in der harten Zeit des Zweiten Weltkriegs mit ihrer Herrin vor ihren Augen eine Affäre einging.

Kritik: Viermal ging Regisseur Yoji Yamada bereits in der Berlinale-Konkurrenz auf Bärenjagd. Bisher erfolglos. Doch mit seinem  wunderbar delikaten Liebesdrama „The Little House“ könnte sich das Blatt jetzt wenden. Yamadas hohes Alter von 82 Jahren merkt man seinem berührenden Film an. Im positiven Sinne. Elegant, unaufgeregt, humorvoll und ohne falsche Note führt Yamada dem Zuschauer am Beispiel einer japanischen Mittelstands-Familie vor, dass Frauen damals wenig zu sagen hatten und sich dennoch unter höchster Gefahr ihre (Liebes-)Träume erfüllen wollten.

Nebenbei ist sein Werk auch eine Geschichtsstunde ohne erhobenen Zeigefinger. Von naiver Kriegseuphorie bis zum Atombomben-Schock schlägt Yamada den Bogen und richtet sich  damit auch an  jüngere Zuschauer, die  diese schreckliche Zeit niemals vergessen sollen.

 

 

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