Berlinale: "Aloft" Schwierige Selbstheilung

Jennifer Connelly als alleinerziehende Mutter Nana in "Aloft". Foto: José Haro Berlinale2014

Etwas schwerfällig gestaltet sich das Mutter-Sohn-Drama "Aloft" von Regisseurin Claudia Llosa, die 2009 mit einem Bären ausgezeichneten wurde 

Inhalt: Nana (Jennifer Connelly) ist alleinerziehende Mutter zweier Buben, von denen der jüngere, Gully, an einer tödlichen Krankheit leidet. In ihrer Verzweiflung wendet sich die auf einer Farm arbeitende Frau an einen mysteriösen Heiler namens „Der Architekt“. Durch Zufall berührt sie bei einem seiner öffentlichen Darbietungen ein Kind, was wenig später wieder sehen kann. Einige Jahre später wird Nanas in sich gekehrter Sohn Ivan (Cillian Murphy), der ein erfolgreicher Falkner ist, von einer französischen Dokumentarfilmerin (Mélanie Laurent) besucht, die unbedingt seine Mutter finden will. Auf ihrer gemeinsamen Reise enthüllt sich in Rückblenden, warum sich Nana und Ivan nichts mehr zu sagen haben.

Kritik: 2009 hat Claudia Llosa für „Eine Perle Ewigkeit“ den Goldenen Bären gewonnen, ob der Peruanerin dieser Coup auch mit ihrem schwerfälligen Nachfolgewerk „Aloft“ gelingt, ist eher unwahrscheinlich. Ein mystisch-esoterischer Touch umweht ihr bitteres Familiendrama, in dem nicht fragwürdige Wunderheiler, sondern der schwierige Prozess der Selbstheilung, der Traumabewältigung und auch des Verzeihens im Mittelpunkt stehen. Die Reise bis an den Polarkreis und ins innere der lange Zeit schwer greifbaren, verschlossenen Figuren erinnert in ihrer Schwermut an die Filme von Alejandro González Iñárritu („21 Gramm“), erreicht aber nur gegen Ende trotz einem überzeugend aufspielenden Starensemble diese emotionale Wucht.

 

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