Berlin Großer Zapfen für Wulff mit vier statt drei Liedern

Daumen hoch: Christian Wulff bekommt vier statt drei Zapfenstreich-Lieder. Foto: dpa

Es ist das höchste militärische Zeremoniell der Bundeswehr. Meist drei Werke darf sich der Verabschiedete aussuchen - Wulff wählt vier. Welche das sind und was sich seine Vorgänger ausgesucht haben, lesen Sie hier.

 

Berlin - Der zurückgetretene Bundespräsident Christian Wulff wird am Donnerstag beim Großen Zapfenstreich in Berlin mit mehr Liedern als sonst üblich verabschiedet. Nach Angaben des Bundespräsidialamtes vom Dienstag stehen vier Leider auf der Wunschliste des früheren Staatsoberhauptes, üblicherweise werden drei gespielt.

Dabei handelt es sich um eine Serenade aus dem „Alexandermarsch“ von Andreas Leonhardt, „Over the Rainbow“ von Harold Arlen, „Da berühren sich Himmel und Erde“ von Christoph Lehmann sowie die „Ode An die Freude“ von Ludwig van Beethoven.

Nicht mit dabei ist das ursprünglich als Favorit gehandelte Lied „Ebony and Ivory“, das von Ex-Beatles-Star Paul McCartney und dem Soulsänger Stevie Wonder stammt und von einem friedlichen Zusammenleben von Menschen aller Hautfarben handelt.


Geschmäcker sind verschieden - das wünschten sich Wulffs Vorgänger:

Die Traditionellen: Bei der Verabschiedung von Bundespräsident Johannes Rau waren 2004 die Klänge des „Yorkschen Marsches“ von Ludwig van Beethoven zu hören. Sein Amtsvorgänger Roman Herzog wünschte sich 1999 unter anderem den „Coburger Marsch“, den „Großen Kurfürsten Reitermarsch“ sowie das „Bayerische Militärgebet“. Helmut Kohl war 1998 der erste Bundeskanzler, der mit einem Großen Zapfenstreich aus dem Amt verabschiedet wurde. Auf seine Bitte hin spielte das Musikkorps außer dem Reitermarsch des Großen Kurfürsten auch den Choral „Nun danket alle Gott“ und die als Europahymne bekannte „Ode an die Freude“ von Ludwig van Beethoven.

Die Klassisch-Modernen: Bundespräsident Horst Köhler wünschte sich nach seinem Rücktritt 2010 neben zwei Märschen wohlklingenden Jazz: den Klassiker „St. Louis Blues“. Bundeskanzler Gerhard Schröder ließ 2005 „Summertime“ aus George Gershwins Oper „Porgy and Bess“ spielen. Anschließend war Kurt Weills „Moritat von Mackie Messer“ aus Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ zu hören. Schließlich spielte ein Trompeter Frank Sinatras „My Way“ – und rührte Schröder zu Tränen.

Freunde des Rock und Pop: Die Musikauswahl des Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wurde nach seinem Rücktritt wegen der Plagiats-Affäre 2011 mit besonderer Spannung verfolgt. Neben zwei Märschen entschied sich der AC/DC-Fan für einen Rock-Klassiker: „Smoke on the Water“ von Deep Purple. Für seinen Amtsvorgänger Franz Josef Jung (CDU) erklang 2009 neben Märschen die Melodie von Andrea Bocellis Pop-Hymne „Time to Say Goodbye“.

 

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