Bericht der Afrikanischen Union Südsudan: Kannibalismus-Fälle in Konfliktgebieten?

Der südsudanesische Präsident Salva Kiir. Foto: dpa

Die Konfliktparteien des Bürgerkriegs im Südsudan sollen ihre Opfer zu abscheulichen Handlungen wie Kannibalismus gezwungen haben.

 

Addis Abeba - In einem am späten Dienstagabend veröffentlichten Bericht der Afrikanischen Union (AU) kommen Zeugen von Massakern in der Hauptstadt Juba zu Wort, die neben Verstümmelungen auch andere Gräueltaten schilderten: So seien Zivilisten gezwungen worden, Blut von getöteten Opfern zu trinken oder gebratenes Menschenfleisch zu essen.

Aus dem nördlichen Ort Bentiu gab es Schilderungen von Vergewaltigungen, die mit zerschmetterten oder abgeschnittenen Gliedern einhergingen. Die Ermittlergruppe unter Leitung des früheren nigerianischen Präsidenten Olusegun Obasanjo listete zudem Fälle von Verschleppung, brutalen Schlägen und anderen Misshandlungen auf.

Der auch ethnisch motivierte Machtkampf zwischen dem südsudanesischen Präsidenten Salva Kiir und seinem abgesetzten Stellvertreter Riek Machar brach Ende 2013 aus. Infolge der Gewalt starben Zehntausende Menschen, mehr als 2,2 Millionen wurden vertrieben. Ein im August unterzeichnetes Friedensabkommen steht nun vor der Umsetzung, wurde in der Vergangenheit aber immer wieder gebrochen.

 

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