Bergerweiher abgesperrt Krailling: Piranhas im Badesee gefunden!

Links: Das Gelände ist abgesperrt. Rechts: Die toten Fische aus dem Bergerweiher: Ein Münchner Fischexperte bestätigt der AZ: Es sind tatsächlich Piranhas. Foto: Schramek/ho

Im Bergerweiher an der Würm findet ein Mann einen toten Fisch, Kinder einen zweiten. Es sind Piranhas. Die Folgen des Funds.

Krailling - Ihre Zähne sind messerscharf, und ihr Ruf ist grausig: Piranhas gelten als Killerfische, die in Filmen auch mal einen Menschen bis aufs Skelett abfieseln. Jetzt wurden zwei Piranhas im Bergerweiher direkt an der Gautinger Straße bei Krailling gefunden.

Donnerstag gegen halb drei: Das Wetter ist gut, Kinder baden im Bergerweiher. Da entdeckt ein Spaziergänger auf der Wasseroberfläche einen toten Fisch. Der Mann kennt sich mit den heimischen Fischarten aus und merkt gleich: Das ist keiner von hier. Das ist ein Piranha!

Er ruft die Polizei. Wenig später finden Kinder am Abfluss des Weihers noch einen zweiten toten Piranha.

Mit der Polizei kommt auch Franz Wolfrum an den Bergerweiher. Er ist Hauptamtsleiter bei der Gemeinde Krailling und damit auch zuständig für die Sicherheit im Gemeindegebiet. „Wir haben gleich ein Badeverbot verhängt“, sagt Wolfrum. „Wegen Gesundheitsgefährdung.“

Die Fische kommen erst mal in Plastiktüten. Sie verbringen die Nacht im Gefrierschrank des Kraillinger Bauamts. Am nächsten Tag ruft Franz Wolfrum beim Landrats- und beim Veterinäramt an. „Die haben einen Fahrdienst für die Fische organisiert und sie nach Starnberg zum Landesinstitut für Fischerei gebracht.“ Dort werden die Fische nun untersucht. Das Badeverbot bleibt erst einmal bestehen.

Aber sind Piranhas tatsächlich so gefährlich für Menschen? „Hier wird viel spekuliert“, sagt Ulrich Schliewen, Leiter der Sektion Fischkunde an der Zoologischen Staatssammlung München. Um die tropischen Süßwasserfische, die in Südamerika heimisch sind, ranken sich viele Legenden. „Es ist unwahrscheinlich, dass es bei den ausgesetzten Tieren zu einem Unfall kommen würde.“

Zwar seien die gefundenen Piranhas, die vermutlich der Gattung Pygocentrus angehören, Raubfische mit extrem scharfen Zähnen. Allerdings würden diese Menschen eigentlich nur angreifen, um ihr Revier zu verteidigen und dann auch in der Regel nur einmal zubeißen. Dass die Fische in einen Fressrausch kommen, sobald sie Blut riechen, sei nicht belegt.

Trotzdem, es bleibt ein mulmiges Gefühl. Schließlich weiß niemand, wer die Fische ausgesetzt hat – und ob noch mehr Piranhas in dem Weiher sind, die vielleicht noch leben. „Ausgeschlossen ist das nicht, aber wegen der niedrigen Wassertemperatur unwahrscheinlich“, sagt Ulrich Schliewen.

Die Fische könnten theoretisch auch über Zu- und Abflüsse des Weihers in die Würm gelangen, aber auch dort wäre es ihnen sicher zu kalt. Ulrich Schliewen sagt. „Die beiden gefundenen toten Fische haben schon den Stress des Einsetzens und die Kälte nicht überlebt.“ Spätestens im Herbst wären Piranhas im Münchner Umland auf keinen Fall mehr überlebensfähig.

Wer die Fische ausgesetzt hat, ist bisher unklar. Fest steht: Wird er oder sie erwischt, gibt es eine Strafe von bis zu 10.000 Euro. Fremde Fische darf man nicht einfach aussetzen, das verbietet der Naturschutz.

 

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