Bergdrama Spitzingsee: Münchner Familie im Schnee gefangen

Das Rotwandhaus auf 1737 Metern Höhe Foto: Ralph Hub

Dramatischer Rettungseinsatz oberhalb des Spitzingsee. Eine Münchner Familie muss von der Bergwacht aus Schnee gerettet werden. Die Kinder wären beinahe erfroren 

 

München - Eine Familie aus München geriet bei einer Tour oberhalb des Spitzing in Bergnot. Wie die Bergwacht mitteilt, war die Familie am Freitagnachmittag mit der letzten Gondel auf den Taubenstein gefahren. Von dort wollten Vater (44), Mutter (41), Tochter (13) und Sohn (9) zum Rotwandhaus und dort die Nacht verbringen.

Allerdings hatten die vier auf dem Weg über den Lämpersberg mit tiefem Schnee zu kämpfen. Bei jedem Schritt sanken sie ein, kamen kaum mehr vorwärts. Vor dem Kirchstein waren ihre Kräfte verbraucht, insbesondere die der Kinder. Zudem setzte in der Dämmerung Schneefall ein.

„Die Kinder waren nur mit Jeans und leichten Wanderschuhen ausgerüstet“, so Einsatzleiter Günter Riedl.

Gegen 18.30 Uhr setzte der Vater schließlich einen Notruf ab. 15 Retter der Bergwachten Schliersee, Hausham und München rückten aus. Zur Unterstützung wurden zwei Hubschrauber mit Wärmebildkameras angefordert. Sie mussten wegen des schlechten Wetters jedoch vorzeitig abdrehen.

Die ersten Retter erreichten gegen 19.30 Uhr die Wanderer, die inzwischen jämmerlich froren und oberhalb der Wallenburger Alm auf etwa 1700 Metern festsaßen. Die Münchner waren unterkühlt, konnten jedoch aus eigener Kraft weitergehen.

Vom Rotwandhaus aus wurden sie mit Schneefahrzeugen der Bergwacht zum Spitzingsee und weiter ins Krankenhaus nach Agatharied gefahren.

 

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