Bengalos und Hitlergruß Lokalderby: Das ist die Bilanz der Polizei

Beim Lokalderby zwischen den kleinen Löwen und der zweiten Mannschaft des FC Bayern kam es zu keinen nennenswerten Auseinandersetzungen. Foto: sampics/ Augenklick

Die Polizei zieht insgesamt ein positives Fazit des Lokalderbys. Dennoch fielen Fans beider Seiten negativ mit Bengalos auf.

 

München - Die Münchner Polizei stufte das Spiel vorher als eines mit "hohem Gewaltpotential" ein, die Sicherheitsvorkerhrungen wurden extra verschärft, mit insgesamt 400 Mann war die Polizei im Einsatz. Das Fazit fällt insgesamt positiv aus. Die Bilanz sieht wie folgt aus:

Vor dem Spiel:

Gegen 11.00 Uhr versammeltensich am Rotkreuzplatz ungefähr 1.000 Bayernfans. Mit einer extra bereit gestellten Sonder-U-Bahn fuhren diese gegen 12.40 Uhr zum´Wettersteinplatz. Das Treffen auf dem Rotkreuzplatz sowie der Weg ins Stadion verliefen friedlich.

Die Fans des TSV 1860 München II trafen sich vor dem Stadion und in den umliegenden Gaststätten, auch hier gab es keine Auffälligkeiten.

Während des Spiels:

Während des Fußballspiels fielen zu Beginn der zweiten Halbzeit die Fans des FC Bayern München II auf. In ihrem Fanblock entzündeten sie drei Rauchkörper. Kurze Zeit später wurden mehrere Bengalos und Böller im Fanblock der Löwen gezündet.

Weil diese auf das Spielfeld geworfen wurden, musste das Spiel unterbrochen werden. Im Anschluss versuchten einige Löwenfans, über den Zaun in den Gästeblock zu stürmen. Dieser Versuch konnte mit einem Schlagstockeinsatz und Pfefferspray abgewehrt werden. Schlagstock und Pfefferspray wurden dabei  nicht gezielt gegen Personen, sondern lediglich in Richtung des Zaunes eingesetzt. Es wurde niemand verletzt.

Nachdem sich die Situation wieder beruhigt hatte, wurde das Spiel fortgesetzt.

Nach dem Spiel:

Gegen 17.30 Uhr kam es am Wettersteinplatz zu einer kurzen Auseinandersetzung zwischen Löwen- und Bayernfans. Polizeibeamte schoben mit ihren Schlagstöcken beide Fangruppierungen auseinander und verhinderten dadurch ein
Aufeinandertreffen.

Bei der vorangegangenen Auseinandersetzung wurden zwei Fans verletzt. Diese wurden vom Rettungsdienst erstversorgt. Gegen 18.10 Uhr kam es noch zu einer Festnahme in der Martin-Luther-Straße: Ein Fan zeigte Polizeibeamten den Hitlergruß.

Insgesamt wurden fünf Personen festegenommen. Neben der Festnahme wegen des Hitlergrußes, wegen Beleidigung, wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetzes, ein Fan vermummte sich und einer leistete Widerstand gegen die Beamten.

Trotz großer Ankündigung: Über 200 Rucksäcke und Taschen mitgenommen

Erstaunlich ist vor allem die Bilanz der Ordner im Stadion: Sie stellten insgesamt 222 Gegenstände sicher, darunter 82 Rucksäcke, 109 Taschen, zwölf Beutel und fünf Taschenmesser. Dies ist insofern verwunderlich, als dass im Vorfeld der Partie Medien, Vereine und Polizei berichtet hatten, dass es ein generelles Rucksackverbot gibt. Zwar wurden die sichergestellten Sachen nach Spielende wieder ausgehändigt. Fraglich aber ist, ob zum Beispiel bei der Wiesn diese Handhabe noch zu machen ist. Dort dürfte die Personalstruktur deutlich angespannter sein.

Insgesamt zieht die Polizei ein positives Resümee. Jedoch konnte wieder festgestellt werden, dass die Gefährlichkeit von Bengalos, Rauchkörpern und Knallkörpern von den Fans unterschätzt  wird.

 

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