Bellevue di Monaco Die Gorillas sind jetzt Genossen

Der Vorstand der Genossenschaft (v. l.): Matthias Weinzierl (Flüchtlingsrat), Angela Bauer (HPKJ) und Till Hofmann. Foto: Lisa Hinder

Hilfe für Flüchtlinge in München: Das Bellevue di Monaco soll ihnen helfen. Dafür gründet sich jetzt eine Sozialgenossenschaft

 

Isarvorstadt - Zwischendurch gibt es Gelächter. Denn angefangen, sagt Grisi Ganzer, hätten sie ja quasi als Hochstapler.

Damals, vor drei Jahren, hat sich die vermeintliche Immobilienfirma „Goldgrund“ gegründet, um in Satire-Aktionen den Münchner Wohnwahnsinn anzuprangern. Als Gorillas verkleidet, starteten die Macher spektakuläre Guerilla-Aktionen in leerstehenden Häusern.

Und jetzt? Sind die Gorillas zu Genossen geworden.

Am Montagabend hat sich die Sozialgenossenschaft Bellevue di Monaco gegründet, mit Goldgrund-Macher Till Hofmann als Vorsitzendem und Angela Bauer (Kinder- und Jugendhilfe) sowie Matthias Weinzierl (Flüchtlingsrat) als Stellvertretern.

Das Ziel: Durch die Einlagen der Genossen (ein Anteil entspricht 500 Euro) soll das Bellevue di Monaco realisiert werden: ein Infocafé mit Kultur- und Wohnräumen für neuankommende junge Flüchtlinge. Das soll in der Müllerstraße 2–6 entstehen – in jenen maroden Gebäuden, deren Abriss der Stadtrat doch noch verhindert hat (AZ berichtete).

Wer diese Begegnungsstätte künftig betreiben darf, muss die Stadt per Ausschreibung ab Mai ermitteln. Die neue Sozialgenossenschaft dürfte allerdings nun gute Chancen haben.

1,7 Millionen Euro etwa wird die Sanierung in der Müllerstraße kosten. Till Hofmann hofft auf 300 oder mehr Eintritte in die Genossenschaft und Einlagen von einer halben Millionen Euro.

Hofmann sagt: „Wir wollen der Stadt zeigen, dass wir nicht nur Engagement, sondern auch Geld aufbringen.“ Man sei also nicht allein auf öffentliche Gelder angewiesen. Das dürfte das Unterfangen der Genossen aussichtsreicher machen.

Wer sich ebenfalls engagieren möchte, findet die Details auf bellevuedimonaco.de

 

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